„Rauchen kann tödlich sein" - schwarz umrandet und deutlich lesbar springt dieser Spruch auf der Zigarettenpackung jedem ins Auge, der sie in die Hand nimmt. Und dennoch ist die Sucht nach dem Glimmstängel scheinbar ungebrochen, trotz der enormen Preiserhöhungen in den vergangenen Jahren.
Wie viele Menschen rauchen? – aktuelle Zahlen
In Deutschland raucht über ein Viertel der Bevölkerung im Alter über 14 Jahren. Der Rau-cheranteil bei den Männern liegt mit 31% etwas höher als bei den Frauen (25%). Die Hälfte der rauchenden Männer und etwa ein Drittel der rauchenden Frauen sind starke Raucher (mehr als 20 Zigaretten pro Tag). Damit belegt Deutschland in der EU einen unrühmlichen Spitzenplatz. In den letzten 25 Jahren ist die Raucherquote in der Bundesrepublik bei den Männern um ca. 4% gefallen, aber bei den Frauen um den gleichen Prozentwert angestiegen. Das Durchschnittsalter, in dem zum ersten Mal regelmäßig geraucht wurde, liegt unverändert zwischen dem 13. und dem 14. Lebensjahr.
Starke Raucher und Gelegenheitsraucher
In Deutschland rauchen insgesamt rund 20 Millionen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren. 25% der Erwachsenen (35% der Männer, 22% der Frauen) rauchen regelmäßig, weitere 4% bezeichnen sich als Gelegenheitsraucher. Zwar haben in den letzten Jahren immer mehr Raucher aufgehört. Es gibt jedoch einen „harten Kern" von Rauchern, die seit vielen Jahren viele Zigaretten rauchen und angeben, sie könnten oder wollten nicht aufhören. 21% der männlichen Raucher und 12% der weiblichen rauchen täglich mehr als 20 Zigaretten, fast 2% der Männer und knapp 1% der Frauen sogar über 40 Zigaretten. Diese Menschen sind durch rauchbedingte Krankheiten natürlich noch mehr gefährdet als ein durchschnittlicher Raucher. Lungenkrebspatienten gehören fast immer zur Gruppe der schwer abhängigen Raucher.
Gesundheitliche Folgen
Zigarettenrauchen führt in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jährlich sterben in Deutschland bis zu 140.000 Menschen an Krebs-, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, die auf Tabakkonsum zurückzuführen sind. Die durch Rauchen verursachten Lungenkrankheiten gehören zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit. Dazu zählen die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) und der Lungenkrebs . Bereits jetzt ist die COPD die vierthäufigste Todesursache in Europa. Schätzungen zufolge wird sie im Jahr 2020 weltweit sogar die dritthäufigste sein.
Immer mehr Frauen rauchen
Seit Mitte der 90er Jahre steigt der Zigarettenkonsum insbesondere bei jungen Frauen. Der Anteil der Raucherinnen unter den 12- bis 17-jährigen Mädchen ist von 16% im Jahr 1993 auf 35% im Jahr 2004 angestiegen. In Deutschland greifen junge Mädchen vor allem in den neuen Bundesländern zunehmend zur Zigarette. Ihr Anteil hat sich in den letzten 8 Jahren verdoppelt! Dennoch hat sich der Gesamtanteil der Raucher über 15 Jahren nicht wesentlich verändert. Für jeden Jugendlichen der anfängt, hört ein Erwachsener auf oder stirbt an den Folgen des Rauchens. Immer noch erkranken weitaus mehr Männer als Frauen an Lungenkrebs. Aber: Bei Männern nimmt die Zahl der Erkrankungen langsam ab, während sie bei Frauen immer noch ansteigt. Die Zahl der Tabakkonsum bedingten Todesfälle durch Lungenkrebs bei Frauen hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.
Ein Hoffnungsschimmer am Horizont
Jugendliche in Deutschland finden das Rauchen zunehmend „uncool". Während sich im Jahr 2001 nur knapp die Hälfte (48%) der 12- bis 15-Jährigen als Nie-Raucher bezeichneten, waren es im Frühjahr 2005 bereits 62%. Und wer das 20. Lebensjahr erreicht, ohne mit dem Rauchen anzufangen, hat gute Chancen, sein Leben lang ein Nicht-Raucher zu bleiben. Denn die meisten Raucher (82% der Erwachsenen) haben zu rauchen begonnen, bevor sie 20 wurden. Aber selbst für diejenigen, die rauchen, gibt es verschiedene Möglichkeiten oder auch spezielle Tabakentwöhnungsprogramme , um wieder von den Zigaretten loszukommen.