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 Rauchen /  Schadstoffe

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Schädliche Inhaltsstoffe
  Schädliche Inhaltsstoffe

In der Glutzone einer Zigarette findet unter sehr hohen Temperaturen von etwa 900° C eine thermische Zersetzung von Tabak und Papier statt. Zieht der Raucher an seiner Zigarette, wird der so genannte Hauptstromrauch gebildet, den der Raucher inhaliert. Demgegenüber entsteht zwischen den einzelnen Zügen oder wenn die brennende Zigarette im Aschenbecher abgelegt wird, der so genannte Nebenstromrauch (siehe auch Passivrauchen  ).

Im Zigarettenrauch finden sich neben dem Suchtstoff Nikotin rund 4800 chemische Substanzen, von denen mehr als 70 Krebs erregend sind oder im Verdacht stehen, es zu sein. Darunter: Teerstoffe, Chrom, Benzol, Arsen, Blei und das radioaktive Pollonium. Beispiele für toxische (hochgiftige) Substanzen sind: Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxide und das Seveso-Gift Dioxin. Für Interessierte sind die wichtigsten Verbindungen in der   Gasphase   bzw.   Partikelphase   des Hauptstroms einer Zigarette ohne Filter tabellarisch aufgeführt. 

Nikotin
Nikotin ist ein starkes Gift, welches das gesamte Gefäß- und Nervensystem angreift. Außerdem ist Nikotin Sucht erregend  und höchstwahrscheinlich auch Krebs fördernd (Quelle:  Journal of Clinical Investigation, Bd.111, S.81, 2003).

Eine erste oder ungewohnt hohe Nikotinzufuhr führt sehr häufig zu Vergiftungserscheinungen wie erhöhtem Speichelfluss und Schwindelgefühl, manchmal auch zu Übelkeit mit Erbrechen, Kopfschmerzen und Herzjagen bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Fatalerweise gewöhnt sich der Körper aber schnell an das Nikotin, und die unangenehmen Nebenwirkungen treten immer mehr zugunsten seiner psychischen Wirkung in den Hintergrund: In niedrigen Dosen wirkt die Substanz anregend, in höheren Dosen beruhigend und muskelentspannend. Sie erzeugt - zumindest für kurze Zeit - Glücksgefühle und steigert subjektiv die Konzentration. Der Genuss von Nikotin mildert zudem Hungergefühle, Angstgefühle, Stress, Unruhe und Aggressionen.

Thermografische Bilder der Hand einer Raucherin, die zeigen, wie durch das Rauchen die Temperatur in den Fingern stetig abnimmt, als Folge der verminderten Durchblutung.
Nikotin stimuliert das zentrale Nervensystem und das Nebennierenmark und setzt u.a. die Transmitter Noradrenalin und Vasopressin frei - das heißt Vermittlerstoffe, die Nervenimpulse übertragen - aber auch Beta-Endorphin und andere Neuroregulatoren. Eine Folge von Nikotin ist eine schlechtere Durchblutung, denn durch Vasopressin werden die Blutgefäße enger gestellt. Äußerlich wird dies erkennbar durch kalte Hände und Füße sowie Hautblässe (siehe Abb.). Jedoch auch die innere Durchblutung wird durch den Nikotinkonsum beeinträchtigt - vor allem die Lunge, aber auch alle anderen inneren Organe sind davon betroffen. Die in der Folge entstehenden Krankheiten sind zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Impotenz und Konzentrationsschwäche. Siehe auch Video-Clip (rechts) über den kardiovaskuläre Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall).

Raucherbein
Andererseits regt Nikotin auch den Stoffwechsel an - aber nicht zum Vorteil, sondern ganz im Gegenteil: Nikotin führt zu höheren Fettsäure- und Cholesterinspiegeln im Blut und damit zu einer „Verkalkung" und Verstopfung der Gefäße (Arteriosklerose). Die Folgen sind bekannt: Chronische Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen bis hin zum Gefäßverschluss, „Raucherbein" (siehe Abb.), Herzinfarkt usw.

Wichtig für Frauen, die regelmäßig die „Antibabypille" nehmen, ist zu wissen: In Verbindung mit Zigarettenrauchen kann die Pilleneinnahme als lebensgefährlich bezeichnet werden. Sie begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln bzw. von Verschlüssen durch Blutgerinnsel (Embolien) in den Hirn-, Lungen- und Herzkranzgefäßen.

Teerstoffe
Teer ist eine Verbindung von Kohlenstoff bzw. Kohlenwasserstoff in Form von kleinen Rußteilen. Wer 10 Zigaretten täglich raucht, atmet im Verlauf von 10 Jahren ein ganzes Pfund „Zigarettenteer" ein! Siehe auch Video-Clip (rechts) über den Teergehalt einer Zigarette. Das Inhalieren von Teer beim Rauchen führt zu Ablagerungen (  Anthrakose ) im Bindegewebe, insbesondere in der Mundhöhle, am Kehlkopf, in Luftröhre, Bronchien und Speiseröhre (siehe Abb.).

Mikroskopische Aufnahme, die eine Anthrakose zeigt.
Durch Ablagerung zahlreicher Inhaltstoffe des Rauches (es handelt sich um etwa 4800 Einzelsubstanzen - siehe oben - wie zum Beispiel irritative Kohlenwasserstoffe) werden entzündliche Reaktionen hervorgerufen, die nach einer gewissen Zeit zuerst zu Veränderungen einzelner Zellen und später zur Entartung der Schleimhautzellen führen können. Der Kohlenstaub selbst ist nicht für die Entzündung verantwortlich. Die Folgen davon sind Einbußen bei Geruchs- und Geschmackssinn, Heiserkeit sowie das Entstehen von Geschwüren und Geschwulsten. Letztlich kann es zur Bildung von Krebszellen in den Ablagerungsbereichen kommen. Die Folge sind Lippenkrebs, Mundhöhlenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und Bronchialkrebs. Siehe auch Video-Clip (rechts) über Krebserkrankungen (speiseröhrenkrebs, Stimmbandkerbs, Zungenkrebs).

Kohlenmonoxid
Die Kohlenmonoxid-Menge im Tabakrauch beträgt (unabhängig vom Nikotin-Gehalt der jeweiligen Zigarettenmarke) etwa 2 Volumenprozent - also ebensoviel oder sogar mehr als die nicht entgifteten Abgase eines Automobils mit Ottomotor. Siehe auch Video-Clip (rechts) über Kohlenmonoxidmessung.

Dieses Atemgift blockiert den Blutfarbstoff (das Hämoglobin), das dem Blut die rote Farbe gibt und den Sauerstoff von der Lunge zu den Organen transportiert. Die Neigung des Blutfarbstoffes ist allerdings 200 Mal größer, sich mit Kohlenmonoxid (CO) zu verbinden als mit Sauerstoff (O2). Anstelle des Sauerstoffs wird dann Kohlenmonoxid zu den Zellen transportiert. Kohlenmonoxid erschwert auch die Sauerstoffabgabe aus dem Blut an die verschiedenen Gewebe unseres Körpers.

Der durch das Einatmen von Kohlenmonoxid verursachte Sauerstoffmangel kann zu Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Benommenheit, Pulsbeschleunigung und Beeinträchtigung des Sehvermögens führen. Kohlenmonoxid kann die Innenhaut der Blutgefäße (das Endothel) schädigen und dadurch die Arterienverkalkung fördern. Insbesondere ungeborene Kinder im Mutterleib sind durch Kohlenmonoxid gefährdet, wenn die Mutter aktiv oder passiv raucht. Rauchen während der Schwangerschaft führt zu Frühgeburten, geringem Geburtsgewicht und Entwicklungsstörungen. Siehe auch Video-Clip (rechts) über Frühgeburten infolge von Rauchen.

Zusatzstoffe in Zigaretten
Bis zu 600 Stoffe setzen Zigarettenhersteller Tabakerzeugnissen und Zigarettenfiltern zu, um das Rauchen attraktiver zu machen (Zusatzstoffe in Tabakerzeugnissen)  . Einige dieser Zusätze (wie zum Beispiel Ammoniak) sorgen für eine schnellere Aufnahme des Nikotins in den Blutkreislauf und damit ein schnelleres Anfluten der Wirkung im Gehirn („Kick"). Andere Stoffe (wie zum Beispiel Menthol) mildern den Husten- und Schmerzreiz und ermöglichen dadurch auch Kindern ein tieferes Inhalieren des Rauchs. Mit Hilfe verschiedener Zuckerarten überdecken die Tabakkonzerne den strengen Tabakgeschmack, um das Rauchen angenehmer zu machen. Abgesehen davon, dass solche nach Lebensmittelrecht harmlosen Zusatzstoffe die süchtig machende Wirkung des Nikotins  verstärken können, wandeln sie sich bei der Verbrennung zum Teil selbst in Schadstoffe um. So entstehen beim Rauchprozess aus Zucker zum Beispiel so genannte  Aldehyde,  welche die Schleimhäute zerstören.

Man kennt bei Rauchern auch sehr ungünstige Wechselwirkungen mit anderen Stoffen, die das Krebsrisiko zusätzlich erhöhen. So ist der gleichzeitige Genuss von Alkohol während des Rauchens besonders tückisch: Alkohol wirkt als Lösungsmittel und beschleunigt die Aufnahme der Krebs erregenden Tabakinhaltsstoffe in den Organismus.


 
 
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