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Allergien, allgemein
 
Allergien, allgemein

Krankheitsbilder

Eine Allergie kann sich mit unterschiedlichen Beschwerden und an verschiedenen Organen äußern. Zu den typischen und häufigsten allergischen Krankheitsbildern gehören neben Konjunktivitis (Bindehautentzündung der Augen) und Bronchitis (Entzündung der Bronchien):
 
Kontakt-Allergien
Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
Allergischer Schnupfen (Allergische Rhinitis)
Pollen-Allergien (Heuschnupfen) Pollen-Allergien (Heuschnupfen)
Ganzjähriger allergischer Schnupfen
Hausstaubmilbenallergie
Schimmelpilz-Allergien
Tier-Allergien ("Tierhaar-Allergien")
Allergisches Asthma
Nahrungsmittel-Allergien
Pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie
Orales Allergie-Syndrom (OAS)
Pseudo-Allergien gegen Nahrungsmittel
Insektengift-Allergien
Anaphylaktischer Schock
Urticaria (Nesselsucht)

Kontakt-Allergien

Hautkontakt mit einer allergieauslösenden Substanz führt bei entsprechend veranlagten Personen zu einer Entzündung der Haut, die akut oder chronisch  verlaufen kann. Es handelt sich um eine Allergie vom Spättyp (Typ IV ), die sich in der Regel im Verlauf von Jahren entwickelt und daher bei Kindern unter 10 Jahren nur selten anzutreffen ist. In Ausnahmefällen kann es aber auch innerhalb von 7-10 Tagen zu einer Sensibilisierung kommen. Ein allergisches Kontakt-   Ekzem äußert sich als juckende Hautrötung mit Bildung von Bläschen, Knötchen und Krusten. Bei längerem Verlauf wird die Haut auch verdickt (lichenifiziert).

Die häufigsten Auslöser sind Metalle, insbesondere Nickel (Modeschmuck, Gürtelschnallen, Jeansknöpfe und Ösen etc.), aber auch Kobalt und Kaliumdichromat, Kosmetika, Medikamente, Desinfektionsmittel und Berufsallergene (insbesondere Hilfsstoffe zur Gummiherstellung und Epoxid-Harze, wie sie zum Beispiel in der Kunststoff- und Elektroindustrie eingesetzt werden).


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Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Die erste Stufe einer allergischen Erkrankung stellt häufig die Neurodermitis dar. Das früheste Anzeichen für eine beginnende Neurodermitis kann der in den ersten Lebensmonaten auftretende „Milchschorf“ sein. Dabei handelt es sich um Hautveränderungen, die mit Krustenablagerungen, Bläschen und entzündlichen Rötungen einhergehen. Zumeist tritt der Schorf nur auf dem Kopf auf, er kann aber auch auf den Rumpf übergehen. Bei vielen Kindern verschwindet er wieder, manchmal kann es jedoch im weiteren Verlauf zu einer ausgeprägten Neurodermitis kommen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind oft nur die besonders typischen Regionen wie Armbeugen und Kniekehlen oder die Haut an Nacken, Händen, Füßen oder im Gesicht betroffen. Der auftretende Juckreiz führt insbesondere bei Kindern oft zu einem Blutigkratzen.

Neurodermitis ist die häufigste Hautkrankheit bei Kindern - rund 8-15% von ihnen sind betroffen. Im Gegensatz zu Asthma und allergischem Schnupfen ist sie in Ostdeutschland häufiger als in Westdeutschland. Dagegen tritt Neurodermitis bei Erwachsenen vergleichsweise selten (3%) auf. Zu einem atopischen Ekzem können im weiteren Verlauf weitere Allergieformen hinzukommen: Fast drei Viertel der Neurodermitis-Patienten leiden an Nahrungsmittelallergie, Heuschnupfen oder allergischem Asthma . Mehr Informationen über Neurodermitis finden Sie hier .


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Allergischer Schnupfen (Allergische Rhinitis)

Man spricht auch von einer Rhinokonjunktivitis, das heißt einem allergischen Schnupfen, der mit Bindehautentzündung einhergeht. Dazu gehören einerseits der Heuschnupfen und anderseits der ganzjährige Schnupfen.
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Pollen-Allergien (Heuschnupfen) Pollen-Allergien (Heuschnupfen)

Heuschnupfen (Pollinosis) ist die häufigste allergische Erkrankung in Deutschland und betrifft etwa 30% der Bevölkerung. Er beruht auf einer Allergie gegen den Blütenstaub (Pollen) bestimmter Pflanzen. Insofern tritt er typischerweise saisonal beschränkt zur jeweiligen Pollenflugzeit und jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit auf.

Gegen welche Pflanzen man allergisch reagiert, ist sehr individuell. Besonders häufig sind Allergien gegen den Pollen der sogenannten frühblühenden Bäume (Hasel, Erle und Birke) sowie gegen Gräser- und Getreidepollen (Roggen). Sobald die betreffenden Pollen mit den Schleimhäuten in der Nase oder der Bindehaut am Auge des Allergikers in Berührung kommen, wird eine starke allergische Soforttypreaktion (Typ I ) mit Bildung von  Ig E -Antikörpern ausgelöst. Typische Beschwerden sind Niesreiz, Fließschnupfen, Nasenblockade (Stockschnupfen) und rote Augen mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl. Auch Hautausschläge oder Schwellungen (vor allem im Gesicht) können nach Pollenkontakt auftreten. Betroffene reagieren sehr lichtempfindlich, Geruchs- und Geschmackssinn sind eingeschränkt.

Im Lauf der Zeit können weitere Allergien gegen andere Substanzen hinzukommen. So reagieren viele Pollenallergiker auf bestimmte Nahrungsmittel (häufig: Nüsse, Kern- und Steinobst) allergisch und entwickeln ein orales Allergie Syndrom (OAS). Heuschnupfen sollte immer ernst genommen werden. Unbehandelt kann es nämlich zu einem Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege (Bronchien) kommen, so dass sich ein allergisches Asthma entwickelt. Fast jeder dritte Pollenallergiker erkrankt im weiteren Verlauf zusätzlich an Asthma. Husten und Atemnot sind hierfür erste Anzeichen. Mit einer rechtzeitigen Behandlung der Allergie lässt sich dies aber verhindern. Mehr Informationen über Heuschnupfen finden Sie hier ).


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Ganzjähriger allergischer Schnupfen

Im Gegensatz zum Heuschnupfen wird der ganzjährige, allergische Dauerschnupfen nicht durch Pollen, sondern meistens durch Milbenkot (Hausstaubmilbenallergie ), Tierallergene (insbesondere von Katzen, Hunden, Pferden, Meerschweinchen) oder Schimmelpilzsporen verursacht. Weitere Auslöser sind: Nahrungsmittelallergene, Formaldehyd, Tabakrauch, Naturlatex und bestimmte Schadstoffe in der Innenraumluft. Typische Symptome sind tränende Augen, Bindehautrötung- oder Entzündung, Fließschnupfen oder Stockschnupfen, Schwellungen im Gesicht und Kopfschmerzen.
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Hausstaubmilbenallergie

Der Kot von Hausstaubmilben ist neben Schimmelpilz-Sporen und Tierhaaren die häufigste Ursache von allergischen Erkrankungen in Wohnungen. Eine Hausstaubmilbenallergie kann zu Symptomen an ganz unterschiedlichen Organsystemen führen. Häufige Beschwerden sind allergischer Schnupfen (Rhinitis) mit Niesreiz, Schleimhautschwellung, verstopfter oder laufende Nase - besonders in den Morgenstunden. Mitunter treten allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit Juckreiz, Rötung und Augentränen auf. Mögliche Reaktionen der Haut sind Juckreiz, Ausschlag und Nesselfieber. Es kann aber auch zu allergisch bedingtem Husten (Bronchitis ) und Verschleimung oder zu allergischem Asthma mit akuter Atemnot kommen.

Typisch für eine Allergie gegen Hausstaubmilben ist das verstärkte Auftreten der Beschwerden nachts oder am Morgen nach dem Aufstehen, beim Hausputz  also eher  im Haus und nicht - wie beispielsweise bei einem Heuschnupfen (also einer Pollenallergie) -  im Freien. Außerdem halten bei einer Hausstaubmilbenallergie die Beschwerden dauerhaft das ganze Jahr über an und finden ihren Höhepunkt in Herbst und Winter. Mehr Informationen über Hausstaubmilbenallergie finden Sie hier .


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Schimmelpilz-Allergien

Schimmelpilz-Sporen sind zusammen mit Hausstaubmilbenkot und Tierhaaren die häufigste Ursache von allergischen Erkrankungen in Wohnungen. Die typischen Symptome sind Schnupfen, Niesreiz, Atemnot und Husten. Nach dem Verzehr von schimmelpilzhaltigen Lebensmitteln können bei allergischen Personen auch Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten.

Eine Allergie gegen Schimmelpilzsporen kann saisonal oder ganzjährig auftreten. Treten die Beschwerden jahreszeitlich begrenzt auf, sind sie zunächst schwer von einer Pollenallergie zu unterscheiden, zumal Schimmelpilze und Pollen in einigen Regionen saisonal gleichzeitig vorkommen können. Handelt es sich aber um eine Schimmelpilzallergie, ist die Bestimmung der verursachenden Schimmelpilzart wichtig. Ist diese bekannt, kann eine optimale Behandlung erfolgen.


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Tier-Allergien ("Tierhaar-Allergien")

Tier-Allergene (insbesondere von Katzen, Hunden, Pferden, Meerschweinchen) gehören zu den häufigsten Auslösern allergisch bedingter Atemwegsbeschwerden und Hautreaktionen. Trotz der geläufigen Bezeichnung "Tierhaar-Allergie" sind gar nicht die Haare selbst die Verursacher. Das eigentliche Allergen stammt vielmehr aus dem Schweiß, Speichel oder Urin der Tiere. Es setzt sich an den Tierhaaren und im Hausstaub fest und gelangt durch Aufwirbeln in die Raumluft.  

Die Beschwerden sind teils einem Heuschnupfen ähnlich (tränende Augen, laufende und geschwollene Nase), mitunter juckt aber auch die Haut. Bestätigt der Arzt den Verdacht einer Allergie, kommen Betroffenen meistens nicht umhin, sich von ihrem Haustier zu trennen.


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Allergisches Asthma

Eine asthmatische Erkrankung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Bronchien anfallsartig verkrampfen, so dass es zu einer Verengung der unteren Atemwege kommt. Bei allergischem Asthma führt ursächlich der Kontakt mit einem bestimmten Allergen zu mehr oder weniger starker Atemnot. Das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, kann dazu führen, dass die Betroffenen in Panik geraten und sich die Beschwerden dadurch weiter verstärken. Doch es handelt sich nicht "nur" um ein subjektives Gefühl der Atemnot, vielmehr wird  in solchen Fällen Asthma nicht oder nur schlecht mit einer geeigneten Behandlung kontrolliert: Jährlich versterben mehrere tausend Menschen allein in der Bundesrepublik an dieser Erkrankung. Bereits beginnende Beschwerden sollten daher ernst genommen und ein Asthmatiker immer von einem Lungenfacharzt behandelt werden.

Rund 10 Prozent der Deutschen leiden unter (allergischem und nichtallergischem) Asthma. Häufigste Auslöser bei allergischem Asthma sind: Hausstaub, Tiere (das heißt deren Hautschuppen, Federn oder Absonderungen), Pollen, Schimmelpilzsporen. Mehr Informationen über Asthma bronchiale finden Sie hier .


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Nahrungsmittel-Allergien

Die Symptome, die durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst werden können, sind sehr vielfältig:

  • Haut: Rötung, Juckreiz, Lippen- oder Gesichtsschwellungen, Jucken oder Kratzen in der Mundhöhle, Zungenbrennen, Verschlechterung der Haut bei Neurodermitis,   Ekzeme und Quaddeln
  • Magen-Darm- Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen
  • Atemwege: Entzündung der Schleim- und Bindehäute, Fließschnupfen, Schwellung im Kehlkopfbereich oder Verengung der Bronchien mit Atemnot, Husten

Eher selten treten Migräne-Kopfschmerzen, Fieber und motorische Unruhe auf. Im schlimmsten Fall kommt es zum anaphylaktischen Schock mit Kreislaufzusammenbruch.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Nahrungsmittelallergien häufiger (2-6 %) als bei Erwachsenen (1-2%), insbesondere bei Kindern mit Neurodermitis (30%). Die häufigsten Auslöser für Nahrungsmittelallergien im Kindesalter sind Hühnereiweiß und Kuhmilch neben Soja, Nüssen, Fisch und Weizen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind vermehrt Lebensmittel, die große Ähnlichkeit mit Pollenallergenen haben und daher Kreuzallergien auslösen die Auslöser. Solche Pollen-assoziierten Nahrungsmittelallergien sind bei Erwachsenen besonders häufig. Insgesamt zeigen Kinder eher Allergien gegen tierische Produkte während Erwachsene häufiger bei pflanzlichen Nahrungsmitteln reagieren. Unter einer echten Nahrungsmittelallergie leiden ca. 1-5 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Im klinischen Alltag wesentlich häufiger sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei denen  sich weder im Hauttest noch im Bluttest eine IgE-vermittelte allergische Reaktion nachweisen lässt: Trotzdem leiden die Patienten unter den oben beschriebenen  Beschwerden. Dies kann verschiedene Gründe haben:

  • Es liegt nur eine örtlich gesteigerte  Ig E -Produktion vor (zum Beispiel im Darm).
  • Es spielen bislang unbekannte (nicht IgE-vermittelte) Immunreaktionen eine Rolle.
  • Es liegen "pseudo-allergische" Reaktionen Link zu Pseudo-Allergien gegen Nahrungsmittel, ein Mangel an Verdauungsenzymen (zum Beispiel Milchzuckerunverträglichkeit) oder ein Mangel an histaminabbauenden Enzymen vor.

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Pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie

Pollenallergiker leiden häufig auch unter Nahrungsmittelallergien, insbesondere gegen pflanzliche Lebensmittel (zum Beispiel bei Birkenpollenallergie: Unverträglichkeit von rohen Äpfeln). Dies liegt daran, dass Pollen und pflanzliche Nahrungsmittel aufgrund der botanischen Verwandtschaft der Blütenpflanzen untereinander eine ähnliche biochemische Zusammensetzung haben. Das Immunsystem sieht die beiden Stoffe (bzw. ihre  Allergene ) als ähnlich bzw. identisch an und bekämpft sie gleichermaßen. Man spricht hierbei von einer Kreuzallergie. Gleichartige Reaktionen (so genannte Kreuzreaktionen) auf bestimmte Pollen und Nahrungsmittel bezeichnet man auch als eine pollenassoziierte Nahrungsmittel-Allergie (Abkürzung: pNMA).

Am häufigsten treten Nahrungsmittelallergien bei Pollenallergikern auf, die auf früh blühende Bäume und Sträucher (Birke, Erle, Hasel) reagieren: Über die Hälfte der Betroffenen vertragen vor allem Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse nicht (Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen und Mandeln). Hier spricht man vom so genannten "Birkenpollen-Nuss-Obst-Syndrom".

Allergien gegen Kräuter wie Beifuß sind etwas weniger häufig, aber auch keine Seltenheit. Hier richten sich die Kreuzreaktionen vor allem gegen Korbblütler (wie Chrysanthemen, Löwenzahn oder Kamille) sowie Kräuter- und Gewürzpflanzen aus der Familie der Pfeffer- und Nachtschattengewächse (wie Pfeffer und Chili oder Tomaten und Paprika). Wer gleichzeitig eine Sellerieallergie hat, verträgt oft bestimmte Gemüse und Gewürze aus der Familie der Doldenblütler nicht (wie Karotte, Fenchel, Anis, Koriander, Liebstöckel, Kümmel, Petersilie, Dill) und auch keine frischen Kräuter aus der Familie der Lippenblütler (Basilikum, Majoran, Oregano, Thymian). Eine solche kombinierte Allergie bezeichnet man als "Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom". Betroffene reagieren manchmal zusätzlich auch noch auf exotische Früchte (Kiwi, Mango) allergisch.

Allerdings gibt es - vor allem bei Gräser- und Getreidepollen-Allergikern - auch Kreuzreaktionen auf Lebensmittel, die keine nähere biologische Verwandtschaft mit den Pollen-Allergenen aufweisen. Bei dieser Allergiker-Gruppe kennt man (vor allem bei den Gräserpollenallergikern) hauptsächlich Kreuzreaktionen auf Hülsenfrüchte (wie Soja und Erdnuss) und unerhitztes Getreide (meist nur auf eine einzige Getreidesorte). Außerdem sind Kreuzreaktionen zwischen Nahrungsmitteln und anderen Allergenen als Pollen bekannt, wie zum Bespiel Latex (Früchte), Hausstaubmilben (Schalentiere) und Vogelfedern (Eier). Dann spricht man vom Latex-Frucht-Syndrom, Milben-Schalentier-Syndrom und dem Vogel-Ei-Syndrom. Siehe auch "Tabelle mit häufig auftretenden Kreuzreaktionen" bei www.allum.de (dazu bitte etwas weiter nach unten scrollen)

Viele pflanzliche Nahrungsmittel-Allergene sind hitzelabil, das heißt beim Erhitzen wird das verursachende Allergen verändert und damit seinen allergene Wirkung zerstört. Insofern können rohe, unbehandelte Nahrungsmittel, die Allergien hervorrufen, in gekochter Form wiederum durchaus sehr gut verträglich sein. Auch muss längst nicht jeder Patient, der auf eines oder mehrere der genannten Allergenen allergisch reagiert, ein orales Allergie-Syndrom (OAS) entwickeln.


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Orales Allergie-Syndrom (OAS)

Bei Patienten mit einer Sensibilisierung gegen Pollen kann es nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel zu allergischen Reaktionen an der Mundschleimhaut und im Magen-Darm-Trakt kommen. Die Symptome sind Brennen im Mund sowie Schwellungen der Zunge, der Lippen (mit Taubheit) und des Kehlkopfbereichs (die zu Atemnot führen können). Siehe Abb. einer Lippenschwellung .

Insbesondere bei Patienten mit pollenallergie treten Symptome des OAS in den letzten Jahren vor allem während der entsprechenden Pollenflugzeiten immer häufiger auf. Bis zu 60% der Birkenallergiker sind die OAS-Beschwerden nach dem Verzehr von Äpfeln oder Nüssen wohlbekannt. Andere Patienten weisen hingegen nur eine vermehrte Sensibilisierung (das heißt die Vorstufe einer Allergie) gegen Baumpollen auf.


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Pseudo-Allergien gegen Nahrungsmittel

Von einer Nahrungsmittelintoleranz  oder Pseudo-Allergie gegen Nahrungsmittel spricht man, wenn ein Lebensmittel ähnliche Beschwerden auslöst wie bei einer echten Nahrungsmittelallergie, im Blut jedoch keine  Ig E -Antikörper nachzuweisen sind und der Hauttest ebenfalls negativ ist. Bei der Pseudoallergie erfolgt also keine   Sensibilisierung - sie kann daher bereits beim ersten Allergenkontakt auftreten.

Typische Symptome sind: Juckende Quaddeln, Gesichts- und Schleimhautschwellungen, Schnupfen (Rhinitis), Nasenpolypen, asthmatische Atembeschwerden, Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden.

Zu den (teils vermuteten) Auslösern von Pseudoallergien gehören:

  • Medikamente (nicht-steroidale Rheumamittel, Muskelrelaxantien, Röntgenkontrastmittel und Schmerzmittel, zum Beispiel der Wirkstoff Acetylsalicylsäure in Kopfschmerztabletten)
  • Nahrungsmittelinhaltsstoffe: zum Beispiel so genannte biogene Amine in Käse, Sauerkraut, Rotwein, verdorbener Wurst oder Fisch, Avocados, Bananen, Ananas und Schokolade
  • Histamin: in bestimmten Fischsorten, reifem Käse und Erdbeeren
  • Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln wie Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Farbstoffe, Aromastoffe oder Geschmacksverstärker

Symptome treten bei Pseudoallergien in der Hälfte der Fälle mit 4 oder mehr Stunden Verzögerung auf und halten gewöhnlich länger an als bei Allergien vom Soforttyp (Typ I ). Bei Pseudoallergien kann eine Hyposensibilisierung als Behandlungsmethode nicht greifen, während diese bei einigen wenigen Nahrungsmittelallergien zumindest ausprobiert werden kann.


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Insektengift-Allergien

Im Vergleich zu Hausstaubmilben- und Pollenallergien sind Allergien gegen Insektengift zwar selten, können aber nur wenige Sekunden bis Minuten nach dem Stich schwere allergische Symptome auslösen. Durch den Stich gelangen giftige Stoffe (Toxine) in den Organismus. Normalerweise löst ein Stich nur eine örtliche Schwellung (Quaddel bzw. Ödembildung) aus, die jucken und schmerzen kann, aber im Normalfall ungefährlich ist. Bei Allergikern kann der Insektenstich hingegen wesentlich ernstere Folgen haben (siehe unten: anaphylaktischer Schock). Bei diesen Allergien ist eigentlich immer eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung ) sinnvoll und effektiv.
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Anaphylaktischer Schock

Die schlimmste Auswirkung einer allergischen Reaktion ist der anaphylaktische Schock. Er stellt eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion nach Kontakt mit einem   Allergen bei bestehender   Sensibilisierung dar, die durch einen überschießenden Anstieg von  Ig E -Antikörpern vermittelt wird (Soforttyp bzw. Typ I einer Allergie).

Auslöser sind Allergene, die direkt in die Blutbahn gelangen, (beispielsweise Insektengift) oder Arzneimittel oder bestimmte Lebensmittel (zum Beispiel  Nüsse, Erdnüsse, Fisch, Schalentiere), gegen die eine Allergie besteht, sowie Gifte.

Innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten nach dem Kontakt mit dem Auslöser setzen erste Anzeichen ein wie Hautrötungen, Juckreiz in den Handflächen, Kribbeln im Mund oder Atemprobleme. Es können auch Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen oder ein Hitzegefühl bei gleichzeitigem Ausbruch von kaltem Schweiß auftreten.

Ohne Gegenmaßnahmen kann es im weiteren Verlauf zu einem Kreislaufzusammenbruch, im schlimmsten Fall zu Herz- und Atemstillstand kommen. Ursache ist die Freisetzung von gefäßerweiternden   Mediatoren (Histamine, Leukotriene, Prostaglandine, Thromboxane, Serotonin u.a.). Da der Zustand lebensbedrohlich ist, benötigt der Betroffene umgehend ärztliche Hilfe.


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Urticaria (Nesselsucht)

Die Nesselsucht ist ein Oberbegriff für eine Reihe von  sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. So können sich  Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) - anstatt in der Oberhaut - in tieferen Hautschichten bilden - so genannte Angio-Ödeme, die auch im Gesicht auftreten (Quincke-Ödem). Das typische Merkmal einer Urtikaria ist eine Quaddel (Urtica), die drei besondere Kennzeichen aufweist:

  • Eine zentrale Schwellung, die von einer Rötung umgeben ist.
  • Juckreiz
  • Oft bilden sich die Quaddeln rasch wieder zurück und die Haut schaut nach wenigen Minuten bis Stunden wieder normal aus.

Als Ursache für die Nesselsucht kommen neben Allergien zum Beispiel Infektionen, physikalische Faktoren, angeborene Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen in Betracht. Wenn sich auch der jeweils zugrunde liegende Mechanismus unterscheidet, spielt Histamin offenbar in allen Fällen eine entscheidende Rolle. Beschwerden können akut (für nicht länger als ein paar Tage) oder chronisch (für mehr als 6 Wochen) auftreten.


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