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Vogelgrippe/Geflügelpest
Die Angst vor einer neuen Pandemie

Vogelgrippe/Geflügelpest

Bei Vögeln kommen ganz eigene Virusstämme des Influenza-Virus Typ A (z.B. H5N1, H7N1) vor. Gefährdet durch Vogelgrippe (aviäre Influenza) bzw. Geflügelpest sind vor allem Hühner und Puten, aber auch Fasane, Perlhühner und Wildvögel. Wasservögel und Tauben sind seltener betroffen. Von der Krankheit befallene Vögel bekommen Fieber, Atembeschwerden und Durchfall. Nach wenigen Tagen erkranken schlagartig fast alle Tiere einer Population. Sie legen keine Eier mehr und können innerhalb von Stunden bis Tagen sterben.

Bestimmte Säugetiere - z.B. Schweine, Pferde, Wild- und Hauskatzen sowie teilweise der Mensch - können sich mit diesen Influenza-Viren infizieren und daran erkranken. Die Übertragung auf den Menschen findet – wenn überhaupt - vermutlich hauptsächlich durch Inhalation virushaltiger Staubteilchen bzw. durch Tierkontakt bei mangelnder Handhygiene statt. Die höchsten Virus-Konzentrationen finden sich im Kot der Tiere.

Die auch als Europäische Geflügelpest bezeichnete Krankheit wurde erstmals 1878 in Italien beobachtet. Nach Seuchenzügen durch Europa, Amerika und Asien wurden seit den 30er Jahren zunächst keine Ausbrüche mehr registriert, bis die aviäre Influenza in den 80er Jahren in den USA und Irland erneut auftrat.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Vogelgrippe sehr genau. Wenn Vogel-Viren die Artengrenze überspringen und sich mit menschlichen Grippe-Viren kreuzen, d.h. genetisches Material untereinander austauschen, können sehr gefährliche neue Viren mit  Pandemie -Potenzial entstehen.

Wer sehen will, wo in der Welt gehäuft bzw. die meisten Fälle von Vogelgrippe bisher aufgetreten sind – und damit: wo die größten Risikogebiete liegen - kann sich auf dieser interaktiven Vogelgrippekarte einen guten Überblick verschaffen.


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Die Angst vor einer neuen Pandemie

Seit 1968 wird die jedes Jahr im Winter stattfindende Grippe-Welle durch zwei so genannte "Subtypen" des Influenza-A-Virus verursacht, nämlich die Subtypen H1N1 und H3N2. Diese beiden Subtypen werden durch die Grippe-Schutzimpfung erfasst. Eine Grippe-  Pandemie kann nur durch einen "neuen" Subtyp ausgelöst werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Viruserkrankungen hat die Grippe die Besonderheit, dass man nach einer Infektion (oder einer Impfung) nur gegen den jeweiligen Subtyp immun ist. Ein anderer Virus-Subtyp als H1N1 oder H3N2 würde also auf eine ungeschützte Bevölkerung treffen.

Die Sorge, dass eines Tages wieder eine große Grippe-Pandemie ausbrechen könnte, ist sowohl bei den Wissenschaftlern als auch bei den Institutionen des Gesundheitssektors weit verbreitet. Tatsächlich kursierten in den letzten 500 Jahren  rund 70 Influenza-Pandemien mit vielen Millionen Todesfällen. Es ist also wahrscheinlich und nur eine Frage der Zeit, dass es auch in Zukunft derartig heftige Grippe-Wellen geben wird, deren Folgen auch von der modernen Medizin nicht gänzlich abgefangen werden können.

Das Berliner Robert Koch-Institut rechnet bei einer neuen Pandemie alleine in Deutschland mit etwa 90.000 Todesfällen ("Übersterblichkeit") innerhalb von 4 bis 6 Wochen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 2 bis 7 Millionen Todesopfern ("Übersterblichkeit") weltweit. Eine solche Pandemie würde voraussichtlich in zwei Wellen kommen. Die dann sogleich einsetzende Produktion eines geeigneten Impfstoffes gegen den nachweislichen Erreger-Subtyp würde dennoch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, so dass man zur sofortigen Bekämpfung der Grippe vor allem auf antivirale Medikamente (z.B. Neuraminidase-Hemmer  ) angewiesen sein dürfte.


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