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Grippe
 
Grippe

Vorsorge / Impfschutz

Impfstoffherstellung: Ausfällen der Influenza-Viren
Die einzige vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza ist die jährliche Grippe-Impfung. Dabei werden in der Regel inaktivierte Virushüllen (Tot-Impfstoff) gespritzt, auf die das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert, ohne dass eine Grippe-Erkrankung auftritt. Die Art und der Stamm dieser Virushüllen (d.h. die jeweilige  Impfstoff-Zusammensetzung) wird jedes Jahr für die Nord- und Südhalbkugel in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neu bestimmt, um immer gegen die derzeit aktuell verbreiteten und zu erwartenden Virusstämme gewappnet zu sein. Meist enthält der Impfstoff Stämme von zwei aktuellen Influenza-A-Subtypen und einen aktuellen Influenza-B-Stamm  . Gesunde, erwachsene Impflinge bauen nach einmaliger Injektion im Durchschnitt einen über 80%igen Grippeschutz auf, abhängig von den in der betreffenden Saison tatsächlich auftretenden Viren. Bei den Patienten, die trotz einer Grippe-Schutzimpfung an der Grippe erkranken, ist der Krankheitsverlauf wesentlich milder als bei ungeimpften Patienten.

Jedes Jahr wieder impfen lassen
Die Impfung bietet – auch aufgrund der wandelbaren Viren - nur für eine Grippe-Saison Schutz und muss jedes Jahr wiederholt werden. Die beste Zeit, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, sind die Monate Oktober und November - also unmittelbar bevor die Zeit der großen Grippe-Wellen beginnt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Grippe-Schutzimpfung, die Praxisgebühr fällt bei dieser Vorsorgeleistung nicht an. Kinder können ab dem 6. Lebensmonat gegen Influenza geimpft werden. Die Impfung erfolgt bei Säuglingen und Kleinkindern in den Oberschenkelmuskel, bei Schulkindern und Erwachsenen in den Oberarm. Menschen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, sollten sich nicht impfen lassen.

Neuerdings ist ein Lebend-Impfstoff gegen Influenza A und B auf dem Markt, der gentechnologisch hergestellt wird. Dieser Impfstoff kann als Spray über die Nase verabreicht werden. Die Effektivität dieser Lebendimpfung ist bei Kindern und jungen Erwachsenen mit der herkömmlichen Impfung vergleichbar.

Tip für die Influenza-Impfung bei älteren Patienten: Neben einem geringeren Therapie-Erfolg (etwa 50% im Vergleich zum Durchschnitt) sinkt bei älteren Patienten auch die Dauer des vorhandenen Impfschutzes - sie beträgt nur mehr 3 Monate. Daher sollten ältere Patienten:

  • sich frühestens im Spätherbst impfen lassen oder
  • im Februar ein zweites Mal zum Impfen gehen.

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch, dass die bisherigen Influenza-Epidemien meistens im März stattgefunden haben.

Offizielle Impfempfehlungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes empfiehlt ausdrücklich Impfungen für folgende Personengruppen:

  • Personen über 60 Jahren;
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen;
  • Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen eines Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, angeborener oder erworbener Immunschwäche, HIV-Infektion;
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal,
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr;
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können;
  •  bei Schwangeren wird im Fall eines individuell erhöhten Erkrankungsrisikos – bevorzugt im 2. Drittel der Schwangerschaft – zur Impfung geraten.

Die Grippe-Impfung zählt zu einer der verträglichsten Impfungen. Manchmal kommt es nach Impfungen zu leichten grippeartigen Symptome, die aber kein Grund zur Beunruhigung sind und rasch wieder abklingen. Das Auftreten solcher Symptome zeigt vielmehr an, dass das Immunsystem auf die Impfung anspricht.

Impfschutz auf Reisen
Stehen Auslandsaufenthalte an, sollte man bedenken, dass der Winter auf der Südhalbkugel und damit auch die Grippe-Saison während des mitteleuropäischen Sommers stattfindet und sich entsprechend impfen lassen. In den Tropen und Subtropen tritt Grippe das ganze Jahr auf.

Gegen die Vogelgrippe  gibt es derzeit noch keinen wirksamen Impfschutz. Es wird daher empfohlen, in den Risikogebieten Asiens bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten. Man sollte vor allem den Kontakt zu Geflügel vermeiden und insbesondere auf einen Besuch von Geflügelmärkten verzichten. Ein Verzehr von gut durchgekochten Eiern und Geflügelfleisch kann hingegen als ungefährlich betrachtet werden. Asien-Reisende sollten sich auf jeden Fall trotzdem gegen Influenza impfen lassen, zumal bei an Grippe erkrankten Reisenden sehr schnell der Verdacht auf eine Vogelgrippe entsteht, was amtliche Untersuchungs- und gegebenenfalls Quarantänemaßnahmen bedeuten kann.

 



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