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Grippe
 
Grippe

Therapie

Pilzförmige Neuraminidase-Moleküle auf der Virus-Oberfläche
Eine Influenza gehört in ärztliche Behandlung. Während der Grippe-Saison von Dezember bis April kann der Arzt fieberhafte Atemwegsinfektionen – ohne mikrobiologischen Nachweis – allein aufgrund der Symptomatik eindeutig zuordnen und eine entsprechende Therapie einleiten. Wichtig ist es, sofort nach dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen zum Arzt zu gehen. Denn eine antivirale Behandlung mit Medikamenten aus der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer stoppt - sofern die Therapie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Beschwerden begonnen wird - effektiv die Vermehrung der Influenza-Viren. Neuraminidase-Hemmer blockieren den viruseigenen Oberflächenstoff (die Neuraminidase), so dass die Viren nicht mehr in die Wirtszellen eindringen können, in denen sie sich normaler weise vermehren. Je früher das so genannte Virostatikum verwendet wird, desto größer ist in der Regel der Behandlungserfolg. Nach 48 Stunden macht der Einsatz keinen Sinn mehr.

Wird ein Neuraminidase-Hemmer rechtzeitig verabreicht,

  • werden das allgemeine Krankheitsgefühl und die Symptome wie Fieber, Kopfweh, Muskelschmerzen sowie Husten deutlich gelindert.
  • kann die Krankheitsdauer um 1 bis 3 Tage, bei älteren Personen sogar noch stärker verkürzt werden. 
  • kann die Häufigkeit für das Auftreten von Folgeerkrankungen wie Bronchitis , Nebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen gesenkt werden.
  • kann der Gebrauch von zusätzlichen Medikamenten wie Antibiotika deutlich reduziert werden.

In Deutschland stehen zwei verschreibungspflichtige Vertreter aus der Klasse der Neuraminidase-Hemmer zur Verfügung. Sie sind gegen alle neun bekannten Neuraminidase-Subtypen des Influenza-A-Virus sowie gegen die Neuraminidase des Influenza-B-Virus wirksam. Der Wirkstoff Zanamivir wird in Form eines Pulvers inhaliert und ist zur Therapie der Influenza A und B bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Oseltamivir wird als Kapsel oder Suspension verabreicht und kann bereits Kindern ab einem Jahr verordnet werden. Die vorbeugende Gabe von Oseltamivir ist für Personen ab 13 Jahren zugelassen und wird – im Gegensatz zum therapeutischen Einsatz – von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Neuraminidase-Hemmer werden vor allem bei Risikopatienten mit chronischen Grundkrankheiten (z.B. Diabetes, Herz-, Leber-, Lungen- und Nierenerkrankungen) sowie bei Kindern, älteren Menschen, immungeschwächten Patienten und Erwachsenen mit Kontakt zu Risikopersonen eingesetzt. Je schwerer die entsprechende Grundkrankheit ist bzw. je höher das individuelle Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko (z.B. aufgrund von Nicht-Impfung oder Nicht-Ansprechen auf die Schutzimpfung) vom Arzt eingeschätzt wird, desto eher wird die Verordnung von Grippe-Therapeutika erwogen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung der Neuraminidase-Hemmer
Bei der Einnahme von Oseltamivir können seltene Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme weitgehend verhindert werden. Patienten, die unter einer Dauertherapie mit inhalativen Bronchodilatatoren stehen, sollten diese vor Zanamivir anwenden, um mögliche Atemwegsverengungen zu vermeiden. Bei Patienten mit leichtem oder mittelschwerem Asthma bronchiale und/oder COPD führen Inhalationen von Zanamivir zu keiner Beeinträchtigung der Atmung.

Behandlung der Begleitsymptome
Gegen Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und hohes Fieber können Schmerz- und Fiebertabletten wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (gilt nicht für Kinder!) eingenommen werden. Fieber an sich ist allerdings nicht automatisch schädlich, sondern unterstützt den Körper bei der Bekämpfung der Viren. Deshalb sollten fiebersenkende Mittel nur bei Temperaturen über 39 °C eingesetzt werden. Der Grippe-Kranke sollte darüber hinaus das Bett hüten, um seine Kräfte zu schonen, und viel trinken. Die meisten Influenza-Patienten fühlen sich sowieso so schlapp, dass sie zu Hause bleiben müssen und fast nur schlafen.

Gegen möglicherweise auftretende Sekundärinfektionen mit Bakterien  wird der Arzt im Allgemeinen antibakteriell wirkende Medikamente (Antibiotika) verschreiben, die auch einer Lungenentzündung entgegen wirken können.

 



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