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Asthma bronchiale
 
Asthma bronchiale

Therapie

Asthma ist zwar bisher nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Zur Behandlung von Asthma steht eine Vielzahl therapeutischer Hilfen bereit. Ihr Ziel ist es, dass Asthma-Patienten so normal wie möglich am täglichen Leben teilnehmen können.

Im Prinzip besteht eine gute Behandlung aus vier Säulen:

  • Asthma-Medikamente (s.u.), um die Beschwerden zu lindern und Asthmaanfälle in den Griff zu bekommen, wobei der Patient erlernen muss, seine Arznei zuverlässig und richtig anzuwenden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.
  • Vermeiden von Asthma-Auslösern  (Allergenkarenz und Triggervermeidung).
  • Eine gute Asthma-Patientenschulung  und die Umsetzung des Erlernten im täglichen Leben.
  • Kontrolle des Krankheitsverlaufs durch den Arzt (je nach Schweregrad z.B. alle drei Monate zur Überprüfung der Beschwerden, Lungenfunktion, Befolgung des Therapieplans und dann ggf. verlaufsorientierte Anpassung der Behandlung).

Eine Behandlung sollte eine optimale bzw. die bestmögliche Asthma-Kontrolle durch Verringerung der Entzündung in den Atemwegen anstreben und die folgenden Ziele haben:

  • Beschwerdefreiheit bzw. möglichst lange anfallsfreie Phasen
  • ungestörter Nachtschlaf (ohne Husten- oder Atemnotanfälle)
  • möglichst seltene Verschlechterungsschübe
  • möglichst keine Notfallbehandlungen
  • möglichst geringer Verbrauch an Medikamenten (vor allem möglichst kein zusätzlicher Einsatz von Bedarfsmedikamenten wie den rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetika)
  • normale Lungenfunktion bzw. bestmögliche Peak-Flow-Werte, wobei die Messwerte weniger als 20% (bzw. so wenig wie möglich) über den Tag hinweg schwanken sollten
  • möglichst uneingeschränkte Leistungsfähigkeit und Teilnahme an den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • auch sportliche Betätigung oder andere körperliche Belastung ermöglichen
  • so wenig Nebenwirkungen durch Medikamente wie möglich
  • Sicherstellen eines normalen Wachstums und einer normalen (psychischen, physischen und geistigen) Entwicklung bei Kindern
Medikamente zum Inhalieren
Medikamentöse Behandlung
Bedarfsmedikamente (Reliever)
Nebenwirkungen von Releasern
Dauermedikamente (Controler)
Nebenwirkungen von Controlern
Weitere Asthma-Medikamente
Stufenschema bei der Behandlung von Asthma
Akuter Asthmaanfall

Medikamente zum Inhalieren

Die meisten der in Asthma-Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe können heutzutage inhaliert (=eingeatmet) werden. Durch die Inhalation gelangt der Wirkstoff direkt in die Atemwege. Auf diesem Weg ist der Wirkstoff bereits in sehr geringen Mengen wirksam, so dass Inhalieren den Körper in der Regel weniger belastet als die Einnahme von Tabletten.

Inhalationsmanöver: Das Vorgehen bei der Inhalation ist abhängig vom jeweils verwendeten Inhalationssystem. Grundsätzlich gilt: Vor dem Inhalieren tief ausatmen, und nach dem Inhalieren den Atem eine Weile anhalten, um den Wirkstoffteilchen Zeit zu geben, sich in der Lunge abzusetzen. Dies gilt insbesondere für die Inhalation von Steroiden (Cortison).

Es gibt verschiedene Inhalationssysteme (englisch: device), das heißt Gerätetypen, die zum Inhalieren der Asthma-Medikamente notwendig sind. Treibgas getriebene Systeme und Pulversysteme enthalten bereits den Arznei-Wirkstoff, während Vernebler ausschließlich ohne Wirkstoff angeboten werden – das heißt der Wirkstoff muss für Vernebler separat verordnet werden. Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile - sei es hinsichtlich ihrer Größe, Handhabung oder Eignung für den betreffenden Schweregrad der Erkrankung. Ihr Arzt wird mit Ihnen zusammen das Beste für Sie herausfinden.

Atemzug gesteuerte Inhalatoren: Hier wird das Medikament erst durch den Ansaugvorgang des Patienten als Spray freigesetzt. Damit wird ein sicheres Absetzen des Wirkstoffes in der Lunge erreicht, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten. Zur Auslösung ist allerdings ein gewisser Mindest-Atemfluss erforderlich, was Kindern unter fünf Jahren Probleme bereiten kann.

Treibgas getriebene Systeme: Beim Dosieraerosol wird der Sprühstoß durch Drücken auf den Wirkstoffbehälter ausgelöst.Hier wird das Wirkstoff-Flüssigkeits-Gemisch bzw. die Wirkstoff-Lösung mit Hilfe von FCKW-freiem Treibgas durch ein Ventil gepresst und dabei in kleinste Tröpfchen auseinander gesprengt. Es bildet sich ein so genanntes Aerosol. Da das Treibgas direkt nach der Freisetzung aus dem Dosieraerosol nahezu verdunstet, gelangen beim Inhalieren meist nur die (festen) Wirkstoff-Teilchen in die Lunge. Zum Inhalieren müssen Drücken und Einatmen im selben Moment, also gleichzeitig ausgeführt und entsprechend koordiniert werden. Das fällt insbesondere Kindern und älteren Patienten  schwer. Deshalb gibt es Inhalationshilfen, so genannte „Spacer“ (siehe unten). Der Sprühstoß aus Atemzug ausgelösten Dosieraerosolen kann bei manchen Systemen im Bedarfsfall auch von Hand ausgelöst werden. Beim Inhalieren aus diesen Dosierareosolen sollten Sie langsam tief einatmen. Sonst bleiben die Teilchen im Bereich des Kehlkopfs hängen, anstatt in die Lunge zu gelangen. Allerdings ist es bei diesem System unvermeidlich, dass sich auch eine gewisse Anzahl größerer Partikel an der Rachenhinterwand niederschlägt, da nicht alle Treibgaströpfchen verdampft sind.

Pulverinhalator: Auch aus diesem Gerät wird ein Aerosol inhaliert, das jedoch erst durch die Kraft des Atemzugs gebildet wird. Das Pulver muss also im Zuge des Inhaliervorgangs  in kleine Teilchen aufgesprengt werden. Das funktioniert umso besser, je kräftiger sie einatmen und das Pulver dadurch beschleunigen. Zur Anwendung atmen Sie deshalb möglichst rasch tief ein. Kinder unter vier Jahren können meist noch nicht kräftig genug einatmen, um einen Pulverinhalator auszulösen. Da Pulver grundsätzlich feuchtigkeitsempfindlich ist, ist es hier besonders wichtig, auszuatmen, bevor Sie das Gerät zum Mund führen. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass das Gerät nach dem Gebrauch immer wieder luftdicht verschlossen wird.

Vernebler: Vernebelt mit Hilfe von Druck (durch Düsen oder mechanischen Schwingungen) Wirkstofflösungen in ein aus feinsten Tröpfchen bestehendes Aerosol, das inhaliert wird. Innerhalb dieser Gerätegruppe gibt es Unterschiede hinsichtlich Größe, Energieverbrauch und der verwendbaren Wirkstoffe. Da der Nebel bzw. das Aerosol bei Verneblern grundsätzlich langsamer aus dem Gerät austritt als bei Dosieraerosolen, steht zum Einatmen grundsätzlich mehr Zeit zur Verfügung. Zur Anwendung atmen Sie langsam tief ein. Die Ausatmung kann normal bzw. entspannt erfolgen.

Spacer: Vermindert bei Verwendung eines einfachen Dosieraerosols die Menge an Medikamententeilchen, die im Rachen an der Mundschleimhaut hängen bleiben und ist unerlässlich, wenn ein Patient Koordinierungsprobleme mit dem gleichzeitigen Drücken und Einatmen hat. Zur Anwendung stecken Sie den Spacer (eine Art Mundstück mit einer Luftkammer) auf Ihr Dosieraerosol. Nach dem Sprühstoß füllt sich die Luftkammer mit dem Aerosol, das sich nun wie gewohnt einatmen lässt. Größere Medikamententeilchen, welche die tiefer gelegenen Atemwege sowieso nicht erreichen können, bleiben auf diese Weise am Spacer hängen und nicht an Ihrer Mundschleimhaut. Der Effekt des Spacers wird übrigens besser, wenn sie ihn vor dem Gebrauch mit Wasser plus Geschirrspülmittel waschen und dann trocknen lassen, damit ein Rest des Spülmittels an der Wand verbleibt. Das verringert die elektrostatische Aufladung des Spacers und verbessert damit erheblich seine Funktion.


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Medikamentöse Behandlung

Es gibt zwei verschiedene Sorten von Medikamenten, um Asthma erfolgreich zu behandeln: Die so genannten „Reliever“ und die „Controler“.

Reliever: Bedarfs- bzw. Notfallmedikamente zur Erleichterung der Beschwerden
Akute Asthmabeschwerden lassen sich beseitigen mit den so genannte Beta-2-Sympathomimetika (auch Beta-2-Agonisten genannt). Das sind adrenalinartige Substanzen, welche die verkrampften Bronchialmuskeln entspannen (Bronchodilatoren), so dass die verengten, kleinen und mittelgroßen Luftäste (Bronchien ) wieder erweitert werden. Nebenbei (allerdings mit geringer Wirkung) tragen sie auch dazu bei, den Abtransport von Bronchialschleim zu verbessern. Siehe auch Viedeo-Clip (rechts) über Betamimetika.

Beta-2-Sympathomimetika bekämpfen also die Beschwerden - nicht die Ursache - von Asthma, denn sie haben keine entzündungshemmende Wirkung. Damit können sie die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden nicht beeinflussen und das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten. Auch auf die Anzahl der Todesfälle infolge von Asthma haben sie keinen Einfluss.

Controler: Dauermedikamente zur Langzeitkontrolle
Das sind Medikamente, welche die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege unterdrücken und damit gegen die Ursache der Asthma-Erkrankung anwirken. Sie bewirken, dass die Schwellung, Schleimbildung und chronische Entzündung in den Bronchien zurückgeht, wobei sich ihre Wirkung nicht sofort, sondern erst nach gewisser Zeit einstellt. Insofern wirken Controler vorbeugend und auf lange Sicht.

Beide Sorten, Reliever und Controler, sind für die Asthmabehandlung wichtig und sollten zuverlässig eingenommen werden. Von der Wirkung der schnell wirksamen Reliever profitiert der Patient sofort. Ebenso wichtig sind aber auch die Controler als vorbeugende Medikamente, da sie auf längere Sicht dafür sorgen, dass Beschwerden und Asthmaanfälle insgesamt seltener und weniger heftig auftreten. So kommt es aufgrund der Controler seltener zu Verschlechterungsschüben, Krankenhauseinlieferungen und Todesfällen. Denn insbesondere Glucocorticosteroide (wie Cortison) setzen die Mastzellen außer Gefecht und dämpfen damit die Überempfindlichkeit der Bronchien. Außerdem verstärken Glucocorticosteroide die Wirkung der Reliever (Beta-2-Sympathomimetika), so dass diese Bedarfsmedikamente im Lauf der Behandlungszeit verringert oder ganz abgesetzt werden können. Controler sollten daher auch in beschwerdefreien Zeiten unbedingt immer regelmäßig eingenommen werden, um für schlechtere Zeiten besser gewappnet zu sein.


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Bedarfsmedikamente (Reliever)

Unter den bronchienerweiternden Substanzen gibt es kurzzeitig und über lange Zeit wirksame:

Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika:
Ihre Wirkung tritt schnell (innerhalb von 3-10 Minuten) ein, hält aber nicht so lange an (etwa 3 bis 5 Stunden). Sie helfen im akuten Anfall, wenn die Wirkung innerhalb von wenigen Minuten einsetzen soll. Es gibt sie als Asthmaspray zum Inhalieren, deren Wirkung sofort eintritt. Asthmatiker sollten solch ein Spray immer greifbar haben, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin.

Die kurzwirksamen Bedarfsmedikamente sind im Allgemeinen nicht zur Vorbeugung geeignet. Einzige Ausnahme: Vorbeugung gegen Beschwerden, die beim Sport   aufkommen. So lässt sich zum Beispiel vor dem Sportunterricht ein kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetika inhalieren, um einem Asthmaanfall infolge körperlicher Belastung kurzfristig vorzubeugen.

Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika:
Sie bewirken ebenfalls (innerhalb von 3-10 Minuten) eine Erweiterung der Bronchien, ihre Wirkung hält aber länger (bis zu 12 Stunden) an.

Langwirksame Sympatomimetika (mit den Wirkstoffen Formoterol oder Salmeterol) sind für ein fortgeschritteneres Stadium der Asthma-Erkrankung geeignet. Diese Medikamente können als Spray (Dosieraerosol oder Pulverinhalator) oder als Tabletten (zum Beispiel Bambuterol) auch vorübergehend eingesetzt werden. Insbesondere mit einer Kombinationsbehandlung lässt sich eine gute bis sehr gute Asthmakontrolle erreichen.

So kann man zum Beispiel das inhalative Glucocorticosteroid (ICS) Fluticason kombiniert einnehmen mit dem Wirkstoff Salmeterol, ein langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum. Damit sind in einem Pulverinhalator beide Wirkungen (Entzündungskontrolle und eine lang anhaltende Bronchienerweiterung) vereint. Wie die Ergebnisse einer groß angelegten Untersuchung (GOAL-Studie = „Gaining Optimal Asthma controL“) belegen, führt eine Behandlung mit diesem Kombinationspräparat bei fast jedem zweiten Patient (41%) zu einer vollständigen und effektiven Asthma-Kontrolle. Die Kombinationstherapie ist der Monotherapie (mit nur einem Wirkstoff) insofern überlegen, dass sie eine optimale Asthmakontrolle früher und mit geringeren Steroid-Mengen (ICS) erreicht, als die Behandlung mit Fluticason allein. Vor allem in der Dauertherapie lässt sich mit dem Kombinationspräparat auch die Häufigkeit von Verschlechterungsschüben erheblich verringern.


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Nebenwirkungen von Releasern

  • Die Wirkung von adrenalinartige Substanzen besteht darin, einen „Alarm- oder Jagdzustand“ herbeizuführen. Daher treten sowohl bei den kurwirksamen als auch bei den langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika Herzrasen, Zittern, Unruhe und Schlaflosigkeit auf. Bei Überdosierung und Übertritt in den Blutkreislauf kann es auch zu Stoffwechselveränderungen wie Überzucker und Mineralstoffmangel (Magnesium und Kalium) kommen.
  • Eine gewisse Gewöhnung und damit nachlassende bronchienerweiternde Wirkung tritt nur bei regelmäßig sehr häufigem Gebrauch der kurzwirksamen Sympathomimetika ein. Auch eine zunehmende Überempfindlichkeit der Bronchien wird bei regelmäßiger Anwendung beobachtet. Deshalb sollten diese Medikamente möglichst nicht regelmäßig inhaliert, sondern nur bei Bedarf angewendet werden.

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Dauermedikamente (Controler)

Cortisonsprays (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Beclometason, Budesonid, Flunisolid, Fluticason oder Mometason) gehören zu den inhalativen Glukocortikosteroiden (ICS). Nach dem jetzigen Stand der medizinischen Forschung sind Cortisonsprays die wirkungsvollsten Medikamente, um:

  • die ständige Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen abzuschwächen
  • Asthmaanfällen vorzubeugen
  • auf lange Sicht zu erreichen, dass Beschwerden insgesamt seltener und weniger heftig auftreten

Cortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen.

Die gute Wirksamkeit von Cortison-Medikamenten ist in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Bei dauerhafter Anwendung bewirken sie ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion, hemmen die allergische Reaktion und vermindern die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien.
Durch eine zuverlässige Vorbeugung mit Cortisonspray können Patienten daher nächtliche Husten- und Luftnotattacken, Notfallbehandlungen und Krankenhausaufenthalte vermindern.

Cortison-Medikamente wirken auf lange Sicht und schützen vor Asthmaanfällen. Eine schnell einsetzende, wohltuende Wirkung, wie Sie sie von den bronchienerweiternden Medikamenten (Beta-2-Sympathomimetika) kennen, können Sie vom Cortisonspray allerdings nicht erwarten. Bis zum vollen Wirkungseintritt dauert es mehrere Tage bis Wochen. Dafür aber hält seine Wirkung dank dem Abklingen der Entzündung lange an. Allein wegen seiner vorbeugenden und schützenden Wirkung ist es daher sehr wichtig, es regelmäßig einzunehmen. Es kann gut sein, dass Sie dadurch Ihren Verbrauch an Bedarfsmedikamenten für die akute, schnelle Hilfe verringern können. Denn wenn Ihre Beschwerden abnehmen, müssen Sie auch weniger häufig zu Ihren bronchienerweiternden Medikamenten greifen.

Insgesamt überwiegen beim Cortison also die Vorteile und der Nutzen für den Patienten die möglichen Nebenwirkungen (siehe nächster Abschnitt:"Nebenwirkungen von Controlern"). Es ist das beste Medikament, um die Häufigkeit von Beschwerden und die Gefahr von Asthmaanfällen einzudämmen. Es gibt Cortison nicht nur als Spray sondern auch in Tablettenform (so genannte orale Glucocorticosteroide = OCS). Dazu gehören zum Beispiel Prednisolon und verwandte Wirkstoffe.


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Nebenwirkungen von Controlern

  • Von Cortisonspray: Heiserkeit und Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mund-Soor). Dies können Sie vermeiden, indem Sie nach Benutzung des Sprays Ihren Mund ausspülen (unbedingt!), außerdem die Zähne putzen und ggf. etwas essen (z.B. Joghurt). Wenn sie ein Spray häufig oder in großen Mengen benutzen, sollten Sie einen Spacer verwenden. Da beim Inhalieren sowieso nur sehr geringe Mengen an Cortison in den Blutkreislauf und damit in den Körper gelangen, sind Nebenwirkungen, wie man sie von OCS (orale Glucocorticosteroide) kennt, entsprechend selten bzw. gering ausgeprägt. 
  • Auch Cortison, das kurzzeitig in Tablettenform oder einmalig als Spritze beim Asthmaanfall eingesetzt wird, verursacht nahezu keine Nebenwirkungen. Je geringer die eingenommene Menge, desto seltener und schwächer sind die Nebenwirkungen ausgeprägt im Vergleich zur dauerhaften Einnahme von Cortison-Tabletten. 
  • Nur bei langfristigem und regelmäßigem Gebrauch von Cortison-Tabletten können folgende Nebenwirkungen auftreten: Gewichtszunahme, Anstieg des Blutzuckerspiegels (erhöhtes Risiko für Diabetes), Muskelerkrankungen und Gewebeschwund der Haut (sie wird dünner), Knochenentkalkung (Osteoporose) und Störungen des Mineralhaushalts, Linsentrübung (erhöhtes Risiko für grauen oder grünen Star). Patienten, die OCS (orale Glucocorticosteroide) über lange Zeit einnehmen, sind auch oft emotional labil. Bei Kindern besteht die Gefahr einer Hemmung des Wachstums. Missbildungen in der frühen Schwangerschaft sind eher selten.
  • Eine regelmäßige Einnahme von Cortison-Tabletten sollte daher nur in einem schweren Asthma-Stadium erfolgen, wenn man den Beschwerden mit anderen Maßnahmen nicht mehr Herr werden kann. Auch sollten Sie, wenn Sie Cortison-Tabletten dauerhaft einnehmen müssen, mit möglichst viel körperlicher Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung versuchen, einigen der genannten Nebenwirkungen entgegenzuwirken. 
  • Kinder sollten Cortison in der geringst möglichen Menge und nur als Spray (nicht als Tablette) einnehmen. Grundsätzlich sollte jede Art von Cortisonbehandlung bei Kindern unter ärztlicher (Kinder-pneumologischer) Kontrolle stattfinden, da Glucocorticosteroide das Wachstum hemmen können.

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Weitere Asthma-Medikamente

Anticholinergika:
Substanzen wie Ipratropiumbromid, Oxitropiumbromid oder Tiotropiumbromid wirken bronchienerweiternd, indem sie das krampfartige Zusammenziehen der Bronchialmuskeln hemmen. Sie sind aber generell langsamer und weniger wirksam als inhalierbare Beta-2-Sympathomimetika und haben keine gesicherte Wirkung in der Langzeitbehandlung von Asthma. So zeigen sie keinen Einfluss auf die allergische Früh- und Spätreaktion. Dennoch haben Anticholinergika in Kombination mit raschwirksamen Beta-2-Sympathomimetika angewandt auch günstige Wechselwirkungen.
Unerwünschte Wirkungen sind gering, gelegentlich kommt es zu Mundtrockenheit und Geschmacksveränderung.

Antihistaminika und Sekretolytika:
Diese Arzneistoffe haben keine ausreichende Wirkung und zählen nicht mehr zu den Standardmedikamenten.

Beta-2-Sympthomimetika in Tablettenform
Es gibt auch relativ rasch wirksame Bedarfsmedikamente in Tablettenform, zum Beispiel für Patienten, die nicht inhalieren können. Ihre Wirkung ist dennoch langsamer und schwächer als die der rasch wirksamen, inhalierbaren Beta-2-Sympathomimetika.

Cromone
Sie dämpfen die Aktivität spezieller Immunzellen, der so genannten Mastzellen, die Entzündungsprozesse in Gang setzen, und wirken somit als Mastzellstabilisatoren. Lange Zeit hat man Mastzellstabilisatoren zur Behandlung von asthmakranken Kindern besonders empfohlen. Davon ist man inzwischen abgekommen. Ein Grund ist, dass Kinder sie mindestens viermal täglich einnehmen müssen - was sie schlecht durchhalten. Außerdem zweifeln Mediziner inzwischen an ihrer Wirksamkeit.

DNCG (Dinatriumcromoglicinsäure):
Dieses Medikament wird inhaliert und wirkt anti-entzündlich. Es hemmt die Signalfreisetzung aus den Mastzellen, verhindert überschießende Abwehrreaktionen und dämpft so die überempfindlichen Bronchien. Nur bei einer dauerhaften Anwendung kann es die Beschwerden und Verschlechterungsschübe verringern. Im akuten Anfall hat es allerdings keine Wirkung. Der Wirkungserfolg von DNCG ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und sollte zunächst in einem 6-wöchigen Therapieversuch beobachtet werden. Unerwünschte Nebenwirkung: gelegentlicher Husten.

Ketotifen:
Dieser Wirkstoff gehört zu den H1-Antihistaminika, das heißt er hemmt die Mastzellen und die Ausschüttung von Histamin. Somit unterdrückt er die allergische Frühreaktion, in hohen Dosen auch die allergische Spätreaktion, hat aber keinen anti-entzündlichen Langzeiteffekte. Günstige Wirkungen sind vor allem bei Kindern und jungen Allergikern bekannt. Nebenwirkung: Müdigkeit in den ersten Behandlungstagen, Gewichtszunahme.

Leukotrien-Antagonisten
Leukotrienhemmer (Anti-Leukotriene) wie Montelukast und Zafirlukast werden in Form von Tabletten eingenommen. Sie verhindern die Verengung der Bronchien und wirken gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem sie die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrücken. So hemmen sie die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpfen die Überempfindlichkeit der Bronchien. In ihrer Wirkung, Beschwerden zu lindern (z.B. zur Behandlung von mildem Asthma, Anstrengungs- und Medikamentenasthma infolge Acetylsalicylsäure), sind sie den inhalierbaren Steroiden (inhalativen Glucocorticosteroiden = ICS) allgemein unterlegen. In der Langzeittherapie (einmal täglich eine Tablette) tun sie aber gute Dienste. Montelukast wird beispielsweise verordnet, wenn eine Kombination aus Cortison und Beta-2-Sympathomimetikum zur Asthmakontrolle nicht ausreicht und ist für Kinder ab zwei Jahren mit Asthma der Stufen 2 und 3 zugelassen. Unerwünschte Wirkungen: Selten Kopfschmerz. In Einzelfällen kam es bei der Langzeitbehandlung zur Entzündung von Blut- oder Lymphgefäßen.

Nedocromil:
Diese Arznei wird inhaliert. Es hemmt Entzündungszellen und verhindert, dass die Bronchien nach Kontakt mit einem Auslöser sich krampfartig zusammenziehen. So lindert es die Beschwerden, verbessert die Lungenfunktion und hemmt die Überempfindlichkeit der Bronchien. Die Wirkung ist schwächer als die der örtlichen (topischen) Steroide. Keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Omalizumab:
Dies sind künstlich hergestellte Antikörper gegen die körpereigenen Antikörper   Immunglobulin (Ig) E. Sie blockieren das Ig E und verhindern dadurch, dass die Mastzellen in Alarm versetzt werden. Dieses Medikament wird ein- bis zweimal im Monat unter die Haut gespritzt (in einer Menge, die vom Körpergewicht und der jeweils vorliegenden Menge an IgE-Antikörpern abhängt). Es hemmt die allergische Früh- und Spätreaktion und senkt so den Bedarf an kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika und Steroiden (Glucocorticosteroide), verringert die Häufigkeit von Verschlechterungsschüben und verbessert die Lebensqualität. Eine Kombination mit allen anderen Asthma-Medikamenten ist möglich.

Die Arznei ist in erster Linie für Patienten mit schwerem anhaltenden Asthma ab 12 Jahren gedacht, die trotz Behandlung mit inhalativen Corticoiden und lang wirkenden Beta-2-Sympathomimetika nicht befriedigend zu kontrollieren sind. Omalizumab wird aber auch eingesetzt bei ausgeprägten allergischen Beschwerden (Nahrungsmittelallergie , Heuschnupfen ) und bei ganzjährigem Asthma gegenüber nichtvermeidbaren Auslösern (zum Beispiel Berufsasthma), vor allem wenn es mit anderen Methoden nicht gelingt, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Unerwünschte Wirkung: eventuell eine Verminderung der Blutplättchen. Omalizumab darf nicht angewendet werden bei nicht-allergischem Asthma, bei Kindern und Schwangeren, sowie bei akuten Verschlechterungsschüben.

Theophyllin:
Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Seine Wirkung tritt langsamer und schwächer ein als bei den rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen. Günstige Wechselwirkung mit Beta-2-Sympathomimetika bei der Langzeitbehandlung sind ebenfalls bekannt. Theophyllin-Präparate werden meist als Retard-Tabletten verwendet, die ihren Wirkstoff erst nach und nach freigeben (retardiert = verzögert) und so über mehrere Stunden einen gleichmäßig hohen Theophyllin-Spiegel im Blut aufrechterhalten.

Unerwünschte Wirkungen: Kopfschmerz, Übelkeit, Unruhe, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen, gestörte Wärmeregulation, bleibende Hirnschäden. Vor allem ältere Menschen vertragen dieses Medikament nicht besonders gut. Aufbau und Ausscheidung der Substanz sind nämlich bei älteren Menschen verlangsamt, bei Kindern, Rauchern und gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Medikamente hingegen beschleunigt. Darüberhinaus verursacht Theophyllin bei Patienten mit einer Herzkrankheit häufiger Nebenwirkungen als Beta-2-Sympathomimetika.

Darüber hinaus kommen immer wieder neue Medikamente auf den Markt. Hier ist zu beachten, dass Langzeiterfahrungen mit neuen Medikamenten (z.B. hinsichtlich möglicher  Nebenwirkungen) oft noch fehlen und höhere Preise als für herkömmliche Medikamente bezahlt werden müssen. Fragen Sie Ihren Arzt und lassen Sie sich von Ihm beraten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich außerdem mit anderen Asthmatikern in einer Selbsthilfegruppe austauschen


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Stufenschema bei der Behandlung von Asthma

Ein Stufenschema ist ein Behandlungsplan, der – je nach Schweregrad Ihrer Erkrankung – unterschiedliche Medikamente, einzeln oder in Kombination vorsieht. Er dient sowohl dem Arzt als auch seinem Patienten als Orientierungshilfe, also als eine Art Behandlungswegweiser. Als Asthmatiker bleibt man ja in der Regel nicht lebenslang auf einer Krankheitsstufe stehen, sondern wechselt häufig in eine höhere oder niedrigere Stufe, je nach Krankheitsaktivität, also Stärke und Häufigkeit Ihrer Beschwerden.

Der Stufenplan beruht auf den folgenden Prinzipien:

  • Die Behandlung richtet sich nach dem aktuellen Schweregrad der Erkrankung.
  • Ist das Therapieziel erreicht, wird die Behandlung auf der nächst tieferen Stufe eingestellt.
  • Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika sollen nur bei Bedarf eingenommen werden.
  • Eine alleinige Behandlung mit Beta-2-Sympathomimetika wird nicht empfohlen – außer bei gelegentlichen, leichten Beschwerden (Stufe 1).
  • Die Dauertherapie wird mit Entzündungshemmern durchgeführt (Stufe 2 bis 4).
  • Die Inhalation der Medikamente ist der Einnahme von Tabletten vorzuziehen.

Je nach Schweregrad der Erkrankung, also je nach der jeweiligen Krankheitsstufe, auf der sich der Patient gerade befindet, werden die Medikamente nach einem bestimmten  Stufenplan eingenommen. Die Behandlung beginnt entweder auf der Stufe, die dem augenblicklichen Schweregrad der Erkrankung entspricht. Falls die hier vorgeschriebenen Medikamente die Krankheit nicht unter Kontrolle bringen, muss auf die nächsthöhere Stufe übergegangen werden („Step-up“-Prinzip). Eine andere Möglichkeit ist die, den Einsatz der Medikamente gleich von Anfang an auf der nächsthöheren Stufe über dem derzeitigen Schweregrad auszurichten – zum Beispiel, wenn eine möglichst rasche Asthma-Kontrolle erreicht werden soll. Sobald die Medikamente greifen, kann dann der Behandlungsplan auf die nächsttiefere Stufe wechseln („Step-down“-Prinzip).

Als Grundprinzip gilt: So wenig Medikamente, wie zur bestmöglichen Asthma-Kontrolle nötig. Deshalb sollte die Behandlung auch stufenweise zurückgeschraubt werden, nachdem die Erkrankung über längere Zeit stabil geblieben ist. Andererseits reicht bereits ein einziges Kriterium eines höheren Schweregrads aus (siehe Krankheitsbild: Vier Krankheitsstufen ), um den Patienten der nächst höheren Behandlungsstufe zuzuordnen. Falls nach einer 4-wöchigen Behandlung keine Besserung erreicht wird, das Asthma also nicht ausreichend kontrolliert werden kann, muss der Patient erneut und mit erweiterten Methoden untersucht werden.

Wenn sich Ihre Krankheitsaktivität verändert, Ihre Beschwerden sich also verbessert oder verschlechtert haben, können Sie entsprechend reagieren und den Einsatz Ihrer Medikamente anhand des mit dem Arzt abgesprochenen Vier-Stufen-Plans abändern. Bei einer Verschlechterung muss zuvor allerdings sichergestellt sein, dass Sie die Inhalation richtig durchgeführt, ihre Medikamente zuverlässig eingenommen und ausreichend auf das Vermeiden allergieauslösender Stoffe geachtet haben, bevor Ihre Medikamente auf eine höhere Stufe umgestellt werden.

Vier-Stufen-Plan*

 Hier sehen Sie eine vereinfachte Version, die sich nach der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Asthma richtet, die von der Deutschen Atemwegsliga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2005 herausgegeben wurde.

Zusammenfassend lässt sich zur Behandlung nach Stufenplan sagen:

  • Keine antientzündliche Grundbehandlung benötigen nur Patienten mit gelegentlichen oder seltenen Beschwerden (also bei intermittierendem Asthma, Stufe 1) – zum Beispiel nach versehentlichem Allergenkontakt. Allerdings ist zu beachten, dass selbst auf dieser ersten Stufe durchaus auch schwere Verschlechterungsschübe auftreten können.
  • Das schwere anhaltende Asthma (Stufe 4) kann in der Regel nicht vollständig kontrolliert werden. Hier ist die bestmögliche Asthma-Kontrolle das Therapieziel. Für Betroffenen kann das Medikament Montelukast zusätzliche Wirkungen erzielen. Es ist bereits in anderen Ländern für Patienten mit schwerem Asthma zugelassen, allerdings noch nicht in Deutschland.
  • Die Behandlung wird einen Stufe höher gesetzt, wenn:
    • trotz Therapie Beschwerden auftreten
    • die Einnahme der Bedarfsmedikamente häufiger als 3-4x am Tag erforderlich ist
    • die Lungenfunktion trotz Therapie eingeschränkt ist
  • Die Dauertherapie mit Medikamenten wird verringert, wenn mit der Behandlung über drei Monate lang eine optimale Asthma-Kontrolle erreicht und aufrecht erhalten werden konnte. Dann sollte eine stufenweise Verringerung der Medikamente erfolgen, wobei der Arzt den Verlauf engmaschig zu überwachen hat hinsichtlich auftretender Beschwerden, Lungenfunktion und anderer Untersuchungsergebnisse.
  • Bei einer Verschlechterung ist das Überspringen mehrerer Stufen möglich.

Hinweise auf eine schlecht eingestellte Behandlung

Wenn ein Patient zu häufig nach den rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetika greift, ist das ein Hinweis, dass seine Asthmatherapie nicht optimal eingestellt ist. Möglicherweise wurde das vorbeugende Medikament (Cortisonspray) vernachlässigt. Schließlich wird die wichtige Dauertherapie mit ICS oft vernachlässigt, wenn der Patient sich beschwerdefrei fühlt. Allerdings kann nur die regelmäßige und zuverlässige Einnahme von Glucocorticosteroiden erreichen, dass sich die Entzündung in den Atemwegen langsam (erst nach Wochen bis Monaten) zurückbildet. Auch die Lungenfunktion lässt sich nur mit einer konsequenten Therapie langfristig normalisieren.

Auch das Auftreten von Anstrengungsasthma kann darauf hinweisen, dass die Asthma-Kontrolle nicht optimal eingestellt ist. Dann sollte die Dauertherapie gesteigert werden. Bei saisonalem Asthma ist eine Behandlung nur während der betreffenden Pollensaison erforderlich - wenn der Pollenflug vorbei ist, in der Regel also nicht mehr. Treten bei einem ganzjährigen Asthma jahreszeitlich bedingte Verschlechterungsschübe auf, kann eine allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung ) zur Abhilfe in Erwägung gezogen werden.

Wann sollte man zum Facharzt zu gehen?
Zur Behandlung Ihres Asthmas ist ein Facharzt - entweder von Ihrem Arzt oder von Ihnen selbst - zu Rate zu ziehen, wenn:

  • sich kein Behandlungserfolg einstellt – auch nicht nach verschärften Therapie-Maßnahmen
  • eine Dauerbehandlung mit Steroiden in Tabletteform (oralen Glucocorticosteroiden = OCS) erforderlich wird
  • eine Notfallbehandlung vorausgegangen ist
  • eine antientzündliche Dauertherapie beendet wird
  • Begleiterkrankungen auftreten
  • Verdacht auf berufsbedingtes Asthma besteht
  • Asthma in der Schwangerschaft auftritt
  • die Diagnose unklar ist
  • sich komplizierte Fragen im Zusammenhang mit Allergien ergeben

Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist notwendig, wenn:

  • ein lebensbedrohlicher Asthma-Anfall auftritt 
  • sich ein Anfall nicht bessert, sondern über längere Zeit anhält (Status asthmatikus )
  • bei Schwangeren der Verdacht besteht, dass ihr ungeborenes Kind gefährdet ist
  • bei Kindern der Peak-Flow unter 33% vom persönlichen Bestwert liegt, Atemzüge öfter als 25x pro Minute erfolgen (allerdings altersabhängig, siehe Besonderheiten bei Kindern/Asthmaanfall beim Kind ), Sprechen unmöglich ist und Lippen und Nagelbetten sich bläulich verfärben (Zyanose). Bei Erwachsenen ist bei solchen Werten eine Einweisung ebenfalls zumindest zu prüfen.

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Akuter Asthmaanfall

Verhalten im Notfall
Ein akuter Asthmaanfall beginnt meistens mit Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit. Aus der Kurzatmigkeit wird Atemnot. Diese kann unterschiedlich stark sein. Besonders das Ausatmen fällt schwer. Bei starker Atemnot kann ein Engegefühl in der Brust auftreten, was für viele Betroffene beängstigend ist.

Deshalb ist es bei einem Asthmaanfall umso wichtiger, dass neben dem Betroffenen auch die Angehörigen oder zufällig Dabeistehende:

  • Ruhe bewahren! Angst und Panik führen nur zu noch mehr Atemnot, was dann unter Umständen zu ernsthaftem Sauerstoffmangel führen kann.
  • Dem Asthmatiker dabei helfen, eine Körperhaltung einzunehmen, die das Atmen erleichtert (Kutschersitz, Reitsitz, Torwarthaltung ) und
  • eine erleichternde Atemtechnik anzuwenden (Lippenbremse ), mit der er trotz Luftnot effektiver atmen kann.
  • Den Betroffenen unterstützen, die richtigen Medikamente (möglichst nach dem vorgegebenen  Selbstbehandlungsplan ) einzunehmen.
  • Wenn nötig, einen Arzt rufen.

Tipp: Im Notfall sollten Sie wissen was zu tun ist! Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie einen persönlichen Selbstbehandlungsplan erarbeiten. Dazu können Sie sich hier ein Formular für einen solchen  Selbstbehandlungsplan ausdrucken. Voraussetzung, um diesen Plan umsetzen zu können, ist dass Sie die folgenden (in der Asthma-Patientenschulung  erlernten) Fähigkeiten selbständig und souverän beherrschen: 

  • Messung des Peak-Flow-Wertes
  • Korrektes Einatmen von Medikamenten (Inhalationstechniken)
  • Atemtechniken (Lippenbremse u.a.)
  • Erkennen und richtiges Einschätzen der Beschwerden
  • Richtiges, selbständiges  Anpassen der Menge an Bedarfs- und Notfallmedikamenten an Ihre jeweiligen Beschwerden
  • Richtiges Einschätzen, ob es notwendig ist einen Arzt zu alarmieren

Um auf eine Notfallsituation vorbereitet zu sein, ist es natürlich auch wichtig, Arznei-Rezepte frühzeitig zu verlängern und stets ausreichend Medikamente zur Verfügung zu haben.

Notärztliche Behandlung

Leichter oder mittelschwerer Anfall
Anzeichen Behandlung
• Normales Sprechen möglich
< 25 Atemzüge pro Minute
Puls < 110 pro Minute
• Peak-Flow: PEF > 50% vom Sollwert
• raschwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (zum Inhalieren): 2 Hübe alle 10 Minuten bis Besserung eintritt, ggf. nach 10-15 Minuten wiederholen
• Steroid (z.B. Prednisolon) als Tablette oder gespritzt
• Theophyllin in Tablettenform (gespritzt: nicht empfohlen!)
• Atemerleichternde Lagerung des Patienten (sitzend, Unterarme untergelagert), Lippenbremse
Schwerer Anfall
Anzeichen Behandlung
• Kurzatmig, normales Sprechen nicht möglich
• > 25 Atemzüge pro Minute
• Puls > 110 pro Minute
• Peak-Flow: PEF < 50% vom Sollwert

• Sauerstoffgabe über eine Nasensonde- raschwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (zum Inhalieren): 4 Hübe alle 10 Minuten, ggf. nach 10-15 Minuten wiederholen
• Anticholinergikum inhalieren (2-4 Hübe Ipratroprium)
• Steroid (z.B. Prednisolon), als Tablette oder gespritzt
• Atemerleichternde Lagerung des Patienten (sitzend, Unterarme untergelagert), Lippenbremse
• Notarzt rufen bzw. Überführung in ein Krankenhaus (mit ärztlicher Begleitung und ggf. Möglichkeit zur Beatmung)

Lebensbedrohlicher Asthmaanfall
Anzeichen Behandlung
• Peak-Flow: PEF < 33% vom Sollwert
• Kein Atemgeräusch ("Stille Lunge")
• Flache Atmung
• Blaue Lippen und Fingernägel (Zyanose)
• Pulsus paradoxus, Herz-Rhythmusstörungen
• Verwirrtheit, Benommenheit, Erschöpfung oder Koma
• Sauerstoffgabe über eine Nasensonde
• Beta-2-Sympathomimetikum als Dauerinfusion
• Anticholinergikum (Ipratroprium) durch Vernebelung
• Steroid (z.B. Prednisolon), gespritzt - Theophyllin (gespritzt, dann in Tablettenform)
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr
• Magnesiumsulfat, gespritzt

Falls bei einem bedrohlichen Anfall keinen Besserung eintritt, wird der Patient zur Behandlung auf eine Intensivstation überführt.


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