Eiskalte Witterung führt bei Menschen mir chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) zu zusätzlichen Beschwerden wie Reizhusten, Brennen in den Atemwegen und Atemnot. „Kälte stellt für solche Patienten einen erheblichen Reizfaktor für ihre ohnehin schon verengten und überempfindlich reagierenden Bronchien dar“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung (DLS). „Um zusätzlichen Husten und Atemnot zu vermeiden, soll man bei der klirrenden Kälte nicht durch den Mund sondern durch die Nase einatmen. Nur so wird die Atemluft vor Erreichen der unteren Atemwege erwärmt und angefeuchtet. Zusätzlich würde ich außerdem empfehlen, einen über Mund und Nase gewickelten Schal (z.B. aus Seide) zu tragen, um die Atemluft darüber noch effektiver anzuwärmen. Außerdem gilt auch im Winter: Genügend trinken, damit die Schleimhäute, die ja der Reinigung unserer Atemwege dienen, nicht austrocknen und funktionstüchtig bleiben.“
Mit Outdoor-Sport zurückhalten
Ab minus zehn Grad besteht prinzipiell auch für Gesunde das Risiko, bei körperlicher Anstrengung Husten und Atemnot zu entwickeln. „Daher sollte man an besonders kalten Tagen auf sportliche Outdoor-Aktivitäten besser verzichten. Oder sich nur so viel anstrengen, wie sich über eine ausschließliche Nasenatmung bewerkstelligen lässt, was der körperlichen Anstrengung natürlich Grenzen setzt“, betont Morr. „Wer das nicht berücksichtigt und auch bei heftigen Minusgraden ohne besondere Schutzvorkehrungen draußen trainiert, riskiert, dass seine Atemwege wie bei einem Asthmatiker überempfindlich werden. Und dann kann unter Umständen während des Trainings ein Asthmaanfall mit bedrohlicher Atemnot auftreten. Im Übrigen erklärt sich auf diese Weise auch, dass ungleich mehr Ski-Langläufer als Marathonläufer von Asthma betroffen sind.“