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Magenkeim scheint vor allergischem Asthma zu schützen
 
[19.07.2011] 

Magenkeim scheint vor allergischem Asthma zu schützen

Allergie bedingtes Asthma ist in der industrialisierten Welt seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch und nimmt inzwischen geradezu epidemische Ausmaße an. Erklärt wird die rapide Zunahme an allergischen Atemwegserkrankungen mit Luftverschmutzung, Rauchen, der Hygiene-Hypothese und dem weit verbreiteten Einsatz von Antibiotika. Die Hygiene-Hypothese besagt, dass moderne Hygienemaßnahmen zu einem Mangel an infektiösen Reizen geführt haben, welche für die normale Reifung des  Immunsystems wichtig wären. Jetzt kommen Immunologen der Universität Zürich gemeinsam mit Allergiespezialisten der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu dem Schluss, dass die Zunahme an Asthmaerkrankungen möglicherweise auch auf das gezielte Ausmerzen des Magenbakteriums Helicobacter pylori (H. pylori) in den westlichen Gesellschaften zurückzuführen ist (siehe Journal of Clinical Investigation, Vol. 121, Nr. 8, doi 10.1172/YCI45041).

Bei H. pylori handelt es sich um ein Bakterium, das gegen Magensäure resistent ist. Schätzungen zufolge dürfte rund die Hälfte aller Menschen weltweit von H. pylori befallen sein. Ein solcher Befall verlkäuft häufig ohne Symptome, kann aber unter gewissen Voraussetzungen Gastritis, Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre und Magenkrebs  auslösen. Aus diesem Grund wird H. pylori oft prophylaktisch mit Antibiotika ausgerottet, selbst wenn keine Beschwerden vorliegen.

Für ihre Untersuchungen infizierten die Forscher Mäuse mit H. pylori-Bakterien. Wurden die Mäuse im Alter von wenigen Tagen infiziert, entwickelten sie eine immunologische Toleranz gegenüber dem Bakterium und reagierten selbst auf starke, Asthma auslösende Allergene nicht oder nur geringfügig. Mäuse, die erst im Erwachsenenalter mit H. pylori infiziert wurden, genossen dagegen einen weitaus schwächeren Schutz. „Die frühe Infektion verhindert den Reifeprozess der dendritischen Zellen in der Lunge und führt zu einer Anreicherung von regulatorischen T-Zellen, die für die Unterdrückung von Asthma entscheidend sind“, erläutert Anne Müller, Professorin für molekulare Krebsforschung an der Universität Zürich. Regulatorische T-Zellen werden von Immunologen auch als Träger der Selbsttoleranz bezeichnet, da sie verhindern, dass das Immunsystem körpereigene Antigene angreift und sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt. Demgegenüber gehören dendritische Zellen zu den Antigen präsentierenden Zellen, die fremde Antigene aufspüren und eine Immunreaktion veranlassen. Die Forscher vermuten, dass die regulatorischen T-Zellen, die sie bei den infizierten Mäusen in der Lungenschleimhaut nachweisen konnten, einen Reifeprozess von dendritischen Zellen hemmen und so eine Immunreaktion verhindern. 

Wurden regulatorische T-Zellen von infizierten auf nicht-infizierte Mäuse übertragen, genossen auch diese Tiere einen wirkungsvollen Schutz vor allergisch bedingtem Asthma. Andererseits verloren früh infizierte Mäuse ihre Resistenz gegen Asthma auslösende Allergene wieder, wenn bei ihnen nach der Sensibilisierungsphase H. pylori mit Hilfe von Antibiotika ausgerottet wurde. Nach Angaben des Lungen- und Allergie-Spezialisten Christian Taube, Oberarzt an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitäts-medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, bestätigen die neuen Resultate die Hypothese, dass die Zunahme von allergischem Asthma in den Industrienationen mit dem weitverbreiteten Einsatz von Antibiotika und dem daraus folgenden Verlust an Mikroorganismen, die den menschlichen Körper dauerhaft besiedeln, zusammenhängen: „Die Erforschung dieser grundlegenden Mechanismen ist für unser Verständnis der Asthma-Erkrankung sehr wichtig, um daraus später präventive und therapeutische Strategien entwickeln zu können.“

 



 

 
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