lin-logo lin-titel
 
 Startseite
 Arztsuche
 Kliniksuche
 Unser Atemwegssystem
 Krankheiten A-Z
 Allergien
 Asthma
 COPD
 Lungenkrebs
 Rauchen
 Rehabilitation
 Schlaf
 Untersuchungsmethoden
 Event-Kalender
 Patientenfragen
 Fachorganisationen
 Kontakt/Impressum


 Aktuelles

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine seltene Erkrankung
 
[02.03.2010] 

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine seltene Erkrankung

Kurzatmigkeit oder Luftnot schon bei geringer körperlicher Anstrengung sind nicht immer nur ein Zeichen mangelnder Kondition oder altersbedingt. Solche Beschwerden können auch auf eine relativ seltene Lungenerkrankung hinweisen: den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Diese Erbkrankheit, die bei schwerer Ausprägung das Lungengewebe irreversibel schädigen kann, ist wenig bekannt und wird deshalb auch selten diagnostiziert. In Deutschland haben vermutlich mehr als 10.000 Menschen einen schweren Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, jedoch wird dieser bei nur 10 bis 15 Prozent der Betroffenen auch erkannt. Im Mittel wird die Diagnose erst nach fünf Jahren gestellt und nachdem Patienten sieben Ärzte aufgesucht haben. In dieser Zeit kann Lungengewebe durch das unbehandelte Fortschreiten der Erkrankung unwiederbringlich verloren gehen.

Aufklärung ist daher sehr wichtig, wie Prof. Dr. Roland Buhl, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie am Universitätsklinikum Mainz, betont. Der Lungenspezialist will über diese seltene Erkrankung informieren, denn die frühe Diagnose und eine adäquate Therapie sind von größter Bedeutung, um die Progression der Krankheit zu verlangsamen und die Funktion der Lunge länger zu erhalten.

Was ist Alpha-1-Antitrypsin-Mangel?

Darunter versteht man eine verminderte Konzentration des Eiweißes Alpha-1-Antitrypsin (AAT) im Blut, dessen Aufgabe es ist, unter anderem die empfindlichen Lungenbläschen vor der Zerstörung durch aggressive, von Abwehrzellen gebildeten Enzymen zu schützen. Solche Abwehrzellen sind in der Lunge beispielsweise bei Zigarettenrauchern oder Infektionen vermehrt vorhanden. Alpha-1-Antitrypsin wird vorwiegend in der Leber gebildet. Wenn zuwenig Alpha-1-Antitrypsin vorhanden ist, überwiegen die Protein abbauenden Enzyme (z. B. Trypsin), und es kann zu schweren Organschäden kommen. Alpha-1-Antitrypsinmangel ist die häufigste genetisch bedingte Ursache von Lungenemphysemen bei Erwachsenen und Lebererkrankungen bei Kindern.

Inwieweit ist AAT-Mangel vererbbar?

Der Alpha-1-AT-Mangel beruht auf einer genetisch bedingten Störung und wird autosomal-kodominant vererbt, d.h. Betroffene bekommen von beiden Eltern je eine krankhafte Erbanlage vererbt. Der Körper ist durch den Gendefekt nicht in der Lage, ausreichend Alpha-1-Antitrypsin zu produzieren. AAT-Mangel kann auch durch äußerlich gesunde Eltern, die jedoch die genetische Veranlagung (Genotyp) besitzen, an die Nachkommen weitergegeben werden. Daher sollten sich Menschen, in deren Familie bereits ein AAT-Mangel festgestellt worden ist, auf jeden Fall testen lassen. Das Ausbrechen der Krankheit und die Entwicklung des Lungenemphysems hängen jedoch nicht nur vom Genotyp ab. Eine Reihe weiterer Faktoren hat Einfluss darauf, ob und wie schwer man erkrankt. Insbesondere bei Betroffenen, die Zigaretten rauchen, ist das Risiko für das Auftreten eines Lungenemphysems bereits im mittleren Lebensalter stark erhöht.

Woran merken Betroffene, dass bei ihnen möglicherweise ein AAT-Mangel vorliegt?

Symptome, die auf einen AAT-Mangel hinweisen können, sind Luftnot und Kurzatmigkeit schon bei eher geringer bis moderater körperlicher Belastung (z.B. Treppensteigen, Gehen bergauf). Des weiteren entwickelt sich frühzeitig ein Lungenemphysem, also eine fortschreitende Zerstörung der Lungenbläschen, oft schon zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Da solche Beschwerden auch bei Bronchitis, Asthma sowie chronischer Raucherbronchitis (COPD) auftreten können, werden Betroffene häufig lange nicht als AATM-Patienten erkannt.

Wie wird AAT-Mangel diagnostiziert und behandelt?

Im Mittel dauert es fünf Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Das bedeutet meist einen langen Leidensweg für den Patienten. Wird dagegen an einen AAT-Mangel gedacht, kann eine einfache Laboruntersuchung schnell Gewissheit schaffen: die Diagnose des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels über die Untersuchung einer Blutprobe. Wenn in dieser Analyse der Blutspiegel von Alpha-1-Antitrypsin einen bestimmten Grenzwert unterschreitet, wird durch einen weiteren genetischen Test die Erbkrankheit eindeutig diagnostiziert. Die regelmäßige Behandlung mit Alpha-1-Antitrypsin kann dann das Fortschreiten der Erkrankung und damit die Zerstörung des Lungengewebes vermindern. Darüber hinaus können bronchienerweiternde sowie entzündungshemmende Medikamente helfen, die Symptomatik zu lindern.

Wie sieht ein Leben mit AAT-Mangel aus?

Wird ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel festgestellt, sollten Betroffene einige Richtlinien befolgen: Es gilt eine strikte Zigarettenabstinenz, denn bei voller Ausprägung der Erkrankung leben Nichtraucher durchschnittlich zehn bis 15 Jahre länger. Die Patienten sollten regelmäßig Sport treiben, auf eiweiß- und vitaminreiche Ernährung achten, sowie Luftschadstoffe am Arbeitsplatz, aber auch in der Freizeit konsequent meiden. Selbsthilfegruppen können Betroffenen ebenfalls helfen, ihr Leben trotz Einschränkungen aktiv zu gestalten.



Sie verlassen jetzt das Patienten-Informationsportal des Bundes-verbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) .

Für den Inhalt auf den folgenden Seiten sind BdP und DGP nicht verantwortlich.

Meinungen und Inhalte geben nicht notwendigerweise die Ansichten des Bundesverbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) wieder und werden von diesen auch nicht autorisiert.

 

 
 nach oben  Druckansicht öffnen   Seite per eMail empfehlen


im-fokus
Untitled Document
  Pollenflugkalender
 
Der Klimawandel führt zu verstärkten Stoßzeiten durch Pollenflug und damit zu einer zunehmenden Belastung für Allergiker. Mit unserem  Pollenflugkalender können Sie sich einen Überblick über die Veränderungen im Pollenflug der wichtigsten, Allergie auslösenden Pflanzen verschaffen.
  weiter lesen...
  Online-Umfrage für COPD-Patienten
 

Eine Umfrage bei Patienten mit COPD (chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) soll aufzeigen, warum und wann sie besonders dazu neigen, ihre Therapieanweisungen zu vernachlässigen. Hier geht's zur  Umfrage

  weiter lesen...
  Habe ich eine COPD?
 

 Machen Sie den Test !

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickelt sich schleichend über mehrere Jahre hinweg. Raucherhusten mit wiederholten Atemwegsinfekten sowie Atembeschwerden bei körperlicher Belastung werden gerne mit mangelnder Fitness entschuldigt, obwohl eine COPD die Ursache ist. Um zu erfahren, ob Ihre Beschwerden bereits auf COPD hinweisen, können Sie unseren Test zur COPD-Früherkennung machen.

  weiter lesen...
  Expertenrat für Patientenfragen
 
Haben Sie eine Frage zu Atemwegs- oder Lungenerkrankungen? Ein Expertenrat der Deutschen Lungenstiftung beantwortet Sie Ihnen gerne fachlich kompetent und online.
  weiter lesen...
 
Weitere Gesundheitsthemen: Kindergesundheit | Frauengesundheit | Allgemeine & Innere Medizin | Neurologie & Psychiatrie | HNO-Heilkunde