Bei Erwachsenen werden seit einigen Jahren zunehmend neue, das heißt erstmalig auftretende Fälle von Asthma bronchiale beobachtet, die offenbar in ursächlicher Verbindung mit dem Verlegen von Teppichböden während einer Wohnungsrenovierung stehen. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover aufmerksam. „Einer Untersuchung von britischen und finnischen Forschern zufolge entwickeln sich asthmatische Erkrankungen besonders häufig beim Verlegen und Kleben von Teppichen, nicht aber bei anderen Renovierungsarbeiten wie Streichen, Tapezieren oder Lackieren“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Klebstoffe, die zum Teppichverlegen verwendet werden, beinhalten offenbar stark wirksame Chemikalien, die bei Erwachsenen die Entstehung einer asthmatischen Erkrankung verursachen können oder zumindest das Risiko für die Entwicklung von Asthma erhöhen. Vor diesen Substanzen sollten sich deshalb nicht nur diejenigen Menschen schützen, die die Renovierungsarbeiten durchführen, sondern auch alle Mitbewohner. Insofern sollte während einer Renovierung stets mindestens eines der Zimmer von Staub und Dämpfen frei gehalten werden, insbesondere wenn darin auch geschlafen werden soll. Wer mit Teppichklebstoffen hantiert, sollte außerdem eine Atemschutzmaske tragen und die Räume nach der Arbeit intensiv und lange lüften“, rät Morr.
Vorsicht auch beim Fliesenschneiden
Manche Fliesen können eine giftige Bleiglasur aufweisen, die - vor allem in früheren Zeiten - aufgetragen wurde, um einen schöneren Glanz zu erzielen. „Wenn diese Glasur beschädigt wird, kann giftiger Bleistaub freigesetzt und eingeatmet werden“, warnt Morr. „Deshalb sollte man beim Schneiden, Verlegen oder Entfernen solcher Fliesen einen geeigneten Atemschutz tragen. Noch besser wäre es sicherlich, bei einem Neukauf Fliesen zu wählen, die gar kein Blei enthalten.“