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Weniger Atemnot und mehr Lebensqualität durch Lungensport
 
[01.03.2010] 

Weniger Atemnot und mehr Lebensqualität durch Lungensport

Patienten mit chronischer Raucherbronchitis (COPD) können ihre Atemnot durch Lungensport verringern und somit ihre Lebensqualität erheblich steigern. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne hin. „Viele der Patienten leiden vor allem bei körperlicher Belastung unter Atemnot“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „Das ist aber nicht nur auf die eingeschränkte Funktion ihrer chronisch verengten Lunge zurückzuführen, sondern auch auf einen Trainingsmangel, der sich aus folgendem krankheitsbedingtem Teufelskreis ergibt: Wer bei körperlicher Anstrengung in Atemnot gerät, tendiert dazu, künftig solche Belastungen zu vermeiden und sich körperlich zu schonen. Das führt zu einem Trainingsmangel und einem zunehmenden Verlust der körperlichen Fitness, was noch mehr Atemnot verursacht und daraufhin noch mehr körperliche Schonung usw. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, kann dies für die Betroffenen eine erhebliche Verschlechterung der Lebensqualität und des körperlichen Leistungsvermögens zur Folge haben, die sogar soweit führt, dass die Patienten ganz alltäglichen Aktivitäten wie einkaufen oder Freunde besuchen nicht mehr nachkommen können. Um das zu verhindern, raten wir den Patienten zu einer geeigneten Sport- und Trainingstherapie, auch Lungensport genannt.“

Fortschreitendem Verlust der Muskelkraft und Osteoporose entgegenwirken

COPD ist eine systemische Erkrankung, bei der sich die krankheitsbedingten Entzündungsprozesse in der Lunge auf den gesamten Körper ausbreiten können, wobei es u.a. auch zu Veränderungen der Muskelstruktur mit erheblichem Funktionsverlust kommt. „Insbesondere Patienten mit einem Lungenemphysem - d.h. einer Lungenüberblähung, bei der vor allem das Ausatmen erschwert ist - weisen deutliche Einbußen ihrer Muskelmasse auf“, erklärt Köhler. „Dies erklärt, warum nicht nur Atemnot, sondern auch eine Erschöpfung der Muskelkraft die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen einschränkt. Körperliche Schonung bzw. Bewegungsmangel treiben diesen Leistungsabfall zusätzlich voran und begünstigen außerdem die Entwicklung einer Osteoporose (Abnahme der Knochendichte) - übrigens weitaus stärker als eine Behandlung mit Cortison. Hier ist ein gezielter Aufbau der Muskulatur vonnöten, wobei das individuelle Trainingspotenzial der Patienten vor allem in der Anfangsphase durch das Ausmaß ihrer Atemnot limitiert wird.“

Einbeiniges Radfahren und Sauerstoff ermöglichen größere Trainingseffekte

Bei auftretender Atemnot während des Trainings kann die Zufuhr von reinem Sauerstoff hilfreich sein, da auf diese Weise eine höhere Sauerstoffsättigung im Blut erreicht wird. „Forscher aus Norwegen haben nachgewiesen (siehe Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports (2010), Band 20/1, Seite 1 ), dass sich Luftnot dann trotz des erhöhten Sauerstoffverbrauchs aufgrund der körperlichen Anstrengung bei den Patienten weniger schnell einstellt“, berichtet Köhler. „Eine andere aktuelle Untersuchung zeigt (siehe European Journal of Applied Physiology (2009), Band 106(4), Seite 501 ), dass es beim Fahrradtraining auf dem Ergometer für COPD-Patienten von Vorteil sein kann, wenn sie nacheinander nur mit jeweils einem Bein fahren. Beim Einsatz von nur einem Bein ist nämlich der Trainingseffekt für den betreffenden Muskel größer als beim zweibeinigen Training, ohne dass dabei der Sauerstoffbedarf des Patienten ansteigt. So wird verhindert, dass einsetzende Atemnot das Training limitiert. Durch ein geeignetes körperliches Training lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit von COPD-Patienten also Schritt für Schritt wieder aufbauen bzw. erhalten, wodurch sich ihre Atemnot verringert, ihre körperliche Belastbarkeit steigert und ihre Lebensqualität sowohl physisch als auch psychisch erheblich verbessert.“



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