Auf der 136. Jahrestagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin (NWGIM) in Hamburg wies der Lungenfacharzt Prof. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover auf die zunehmende Häufigkeit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) hin. Die Bezeichnung obstruktiv bedeutet, dass die Bronchien dauerhaft verengt sind, was zu Atemnot führt. Auswurf, Husten und Atemnot sind die wichtigsten Symptome bei COPD (so genannte AHA-Symptomatik ).
Von den über 40-jährigen hierzulande sind bereits 14 % von COPD betroffen, also etwa jeder Siebte. Wichtigste Krankheitsursache in den Industrieländern ist das Rauchen. Trotzdem greifen vor allem jüngere Frauen in den letzten Jahren wieder häufiger zur Zigarette. Prof. Welte zufolge ist das ein gesellschaftliches Phänomen, das in Krisenzeiten häufig zu beobachten ist. So zeigen aktuelle amerikanische Untersuchungen, dass die Zahl der rauchenden Frauen seit Beginn der Wirtschaftskrise deutlich angestiegen ist. Dass die Zahl der an COPD Erkrankten zunimmt, liegt aber auch daran, dass die Menschen immer älter werden.
Zur Therapie der COPD wurden auf dem Kongress zwei neue Medikamente vorgestellt, die im Vergleich zu den bisher eingesetzten Präparaten die Bronchialgefäße erweitern und weniger Nebenwirkungen haben sollen. Auch körperliche Bewegung spielt bei der Therapie der COPD eine große Rolle (Lesen Sie hierzu mehr unter dem Stichwort ‚Lungensport’, z.B.: