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Lungenkrebspatienten sollten Schlafstörungen während Chemotherapie unbedingt dem Arzt melden
 
[22.01.2010] 

Lungenkrebspatienten sollten Schlafstörungen während Chemotherapie unbedingt dem Arzt melden

Lungenkrebspatienten, die während einer Chemotherapie unter Schlafstörungen leiden, sollten dies ihrem Arzt mitteilen, damit dieser gegebenenfalls eine geeignete Therapie einleiten kann. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne. „Oft hilft es, ein anderes Zytostatikum bei der Chemotherapie einzusetzen, um die Schlafstörung zu beheben“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „Jedenfalls ist es sehr wichtig, die Störung zu behandeln, weil die Patienten sonst auf ihre Schlaflosigkeit mit einem veränderten Schlafverhalten reagieren, das sie dann auch nach Ende der Chemotherapie weiter beibehalten. Mit einer Therapie der Störung können wir hingegen verhindern, dass das veränderte Schlafverhalten chronisch wird. Da nicht alle Patienten von selbst auf ihre Schlafstörungen zu sprechen kommen, sollten die behandelnden Ärzte sie regelmäßig und gezielt nach möglichen Störungen befragen.“

Einsatz der Medikamente individuell an Patienten anpassen und optimieren

Tatsächlich treten bei den meisten (etwa drei Viertel der) Krebspatienten während einer Chemotherapie Schlafstörungen auf – somit ist diese Bevölkerungsgruppe etwa dreimal häufiger betroffen als der Durchschnitt. Dabei kommen sie am häufigsten bei Lungenkrebspatienten vor, insbesondere bei den jüngeren unter 58 Jahren. Die Hälfte von diesen leidet sogar unter dem so genannten Insomnie-Syndrom. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-kanadische Studie ( Journal of Clinical Oncology, Online-Vorabveröffentlichung am 23. November 2009 ). Vom Insomnie-Syndrom spricht man, wenn pro Monat mehr als dreimal die Woche Schlafstörungen auftreten, wie Schwierigkeiten beim Einschlafen, in der Nacht länger als eine halbe Stunde Wachliegen oder deutlich verfrühtes Aufwachen am Morgen. Patienten mit Schlafstörungen klagen auch häufiger über Depressionen und Erschöpfung (Fatigue). „Der Wechsel auf ein anderes Zytostatikum kann oft erhebliche Verbesserungen für die Patienten bringen“, betont Köhler. „Die Wirkung der einzelnen Medikamente kann sich aber von Individuum zu Individuum stark unterscheiden, so dass die Therapie für den einzelnen Patienten individuell angepasst und optimiert werden muss.“



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