Da Formaldehyd gesundheitsschädigend ist, sollte man durch bestimmte Vorkehrungen versuchen, die Belastung in der eigenen Wohnung – insbesondere für Kinder - möglichst gering halten. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover. „Formaldehyd ist giftig, kann bei direktem Kontakt Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen verursachen und ist bei chronischer Belastung vermutlich Krebs erregend“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS und Direktor der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein. „Außerdem steht Formaldehyd schon länger im Verdacht, die Entwicklung von Asthma bronchiale bei Kindern zu begünstigen. Zu dem Ergebnis, dass tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Formaldehydbelastung von Kindern in Innenräumen und der Entwicklung von Asthma besteht, kommt jetzt aktuell eine britische Übersichtsstudie (siehe Environmental Health Perspectives, Online-Vorabveröffentlichung am 6.11.09. ), die rückblickend sieben Untersuchungen zum Thema analysiert hat.“
Kissen besser selber nähen
Formaldehyd in der Wohnung kann vor allem in Spanplatten, Dämmstoffen, Teppichböden und Möbeln enthalten sein. „Polstermöbel werden zum Beispiel mit Formaldehyd eingesprüht, um sie widerstandsfähiger gegenüber Flecken, Schimmel und Krumpeln zu machen“, erklärt Morr. „Insbesondere Betten werden oft auch mit Formaldehydhaltigen Flammschutzmitteln behandelt. Diese Fakten sollte man bei der Wohnungseinrichtung berücksichtigen und entweder konsequent auf unbehandelte Holzmöbel bestehen oder alternative Materialien wie Metall oder Edelstahl wählen. Wer sicher gehen möchte, sollte unter Umständen z.B. auch Kissenbezüge besser selber nähen. Den Herstellerangaben kann man hingegen hinsichtlich ihrer Vollständigkeit nicht blindlings trauen, zumal diese nur auf freiwilliger Basis publik gemacht werden müssen.“
Knitterfreie und Schmutz abweisende Kleidung meiden
Auch viele Kleidungsstücke werden mit Formaldehyd behandelt, um sie Schmutz abweisend, knitter- und bügelfrei zu machen. „Insbesondere für Kinder sollte man daher möglichst unbehandelte Kleidung aus natürlichen Materialien bevorzugen“, betont Morr. Zwar müssen Textilien, die mit der Haut in Berührung kommen und mehr als 0,15 Prozent freies Formaldehyd enthalten, wie folgt gekennzeichnet werden: „Enthält Formaldehyd. Es wird empfohlen, das Kleidungsstück zur besseren Hautverträglichkeit vor dem ersten Tragen zu waschen.“ Die Einhaltung dieser Vorschrift liegt allerdings – ähnlich wie bei den Möbeln - in der Eigenverantwortung der Hersteller.