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Benötige ich auf Flugreisen zusätzlichen Sauerstoff?
 
[04.02.2010] 

Benötige ich auf Flugreisen zusätzlichen Sauerstoff?

Obstruktive Atemwegserkrankungen schließen Flugreisen nicht grundsätzlich aus. Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen können aber bereits unter normalen Bedingungen einen erniedrigten Sauerstoffpartialdruck (PaO2) haben. Oft benötigen Sie damit am Boden noch keine Sauerstoffzufuhr. Wenn jedoch auf Flugreisen in der Kabine ein weiterer Abfall erfolgt, kann die kritische Grenze von 50 mm Hg schnell unterschritten werden.

Langstreckenflugzeuge fliegen meist in einer Höhe von 9 bis 11 km. Während eines Fluges herrschen in etwa die gleichen Bedingungen wie in 2000 bis 2500 Meter Höhe. D.h. der Sauerstoffpartialdruck der eingeatmeten Luft sinkt. Daraus folgt auch ein Abfall des Sauerstoffpartialdruckes im (arteriellen) Blut von 70 mm Hg auf etwa 50-60 mm Hg. Das entspricht einer Sauerstoffsättigung des Blut von 90% oder etwas weniger. Außerdem wird die Umluft in der Flugzeugkabine angewärmt, wobei die Luft sehr trocken wird. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt dabei etwa 15 %. Für einen gesunden Menschen ist das im Allgemeinen völlig unproblematisch, da der verminderte Sauerstoffdruck durch eine schnellere, tiefere Atmung ausgeglichen wird.

Nationale und internationale Leitlinien empfehlen die Gabe von Sauerstoff, wenn der PaO2 während des Fluges voraussichtlich unter 50 mm Hg absinkt. Bei Langstreckenflügen wird sogar ein Mindestpartialdruck von 55 mm Hg empfohlen. Mithilfe eines neuen Applets, das die Deutsche Atemwegsliga auf Ihrer Website anbietet, können Interessenten jetzt den zu erwartenden Sauerstoffpartialdruck unter Flugbedingungen berechnen. Der online auf www.atemwegsliga.de/service.php kostenlos und ohne Registrierung zur Verfügung stehende Sauerstoffpartialdruck-Rechner soll Patienten helfen abzuschätzen, ob Sie während einer Flugreise auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen sind. Der Rechner ist anwendbar für Patienten mit COPD, bei denen der Sauerstoffdruck (PaO2) erniedrigt ist, der Kohlendioxiddruck (PaCO2) jedoch noch normal ist. Die Ergebnisse lassen sich aber nicht ohne weiteres auf andere Krankheitsbilder wie z.B. übertragen.

Der Kabinendruck ist in den verschiedenen Flugzeugtypen unterschiedlich: In der B 737 entspricht er einer Höhe von 2400 m, in allen anderen üblichen Flugzeugtypen hingegen geringeren Höhen. Patienten können die Werte für PaO2 (z.B. 60 mmHg oder 60 torr) und FEV1/FVC als Quotient zwischen 0 und 1, z.B. 0,48 (entsprechend 48%) eingeben, um den wahrscheinlichen PaO2 in 2.400 m zu ermitteln. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Berechnung keine ärztliche Beratung ersetzt. Betroffene sollten rechtzeitig vor der geplanten Reise unbedingt einen Kontrolltermin mit Ihrem Lungenfacharzt vereinbaren und sich vom ihm individuell beraten lassen.



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