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Wie stark ist meine Lunge schon gealtert?
 
[19.09.2008] 

Wie stark ist meine Lunge schon gealtert?

Kern einer Untersuchung beim Lungenfacharzt ist die Messung des Funktionszustands der Atemwege und Lungen - der so genannten Lungenfunktion . Um Patienten besser begreiflich zu machen, was der Messwert ihrer Lungenfunktion aussagt, haben die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) einen  Internet-Test entwickelt, der das aktuelle Lungenalter des Patienten angibt. „Die Lungenfunktion nimmt auch bei Gesunden mit dem Alter langsam ab“, erklärt Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „Wenn es zusätzlich zu einer Erkrankung der Lunge kommt oder über Jahre hinweg Schadstoffe auf die Atemwege einwirken, dann wird dieser Verlust der Lungenfunktion allerdings viel früher als normal einsetzen und zudem auch noch beschleunigt ablaufen. Wer zum Beispiel mit 50 Jahren bereits eine Lunge wie ein gesunder 75-Jähriger aufweist, wird auch früher als der 75-Jährige unter zunehmender Atemnot leiden. Dann kann es sein, dass der betroffene 50-Jährige bereits mit 60 nicht mehr genügend Luft bekommt - je nachdem, welche Lungenerkrankung vorliegt und wie schnell diese fortschreitet.“

Kleinste Veränderungen in den Atemwegen erkennbar

Um Lungen- und Atemwegserkrankungen bereits im Frühstadium erkennen und entsprechend behandeln zu können, ist es entscheidend, eine Lungenfunktionsprüfung durchzuführen. „Wir nennen das abgekürzt auch Lufu oder im Fachjargon Spirometrie“, erläutert Köhler. „Dazu bläst die Testperson über ein Mundstück in ein spezielles Gerät (Spirometer), das ermittelt, wie viel Luft diese nach einem tiefen Atemzug innerhalb von einer Sekunde mit aller Kraft auspusten kann. Das ist die so genannte Sekundenluft bzw. der FEV1-Wert (aus dem Englischen „forced expired lung volume“), der uns angibt, wie viel Prozent der Lungenfunktion beim Betroffenen noch erhalten ist. Wenn der Wert zum Beispiel 70 Prozent beträgt, bedeutet das, dass der Patient bereits 30 Prozent seiner Lungenfunktion eingebüßt hat. Insgesamt können wir mit einer Lufu kleinste Veränderungen in den Atemwegen feststellen – wie zum Beispiel eine verminderte Dehnbarkeit der Lunge aufgrund einer Lungenverhärtung (Lungenfibrose ) oder eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraerguss).“

Raucherentwöhnung: Kenntnis des aktuellen Lungenalters für Patienten motivierend

Raucher , die konkret erfahren, wie stark ihre Lunge durch den Tabakkonsum bereits gealtert ist, sind etwa doppelt so stark motiviert, das Rauchen aufzugeben - im Vergleich zu Rauchern, die ihr Lungenalter nicht kennen. „Das wurde in einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift British Medical Journal (2008, Band 336, Seite 598) . nachgewiesen und ist ja auch nachvollziehbar: Wenn einem 40-jährigen Raucher vor Augen geführt wird, dass er bereits die Lunge eines 65 Jährigen hat, lässt ihn das zweifellos aufhorchen.“, berichtet Köhler. „Wer sein aktuelles Lungenalter wissen möchte, für den haben wir einen   kostenlosen Internet-Test entwickelt, der vom Patienten selbstständig auf der Seite www.lungenaerzte-im-netz.de gemacht werden kann. Bei diesem Test gibt er seinen FEV1-Messwert aus der Lungenfunktionsprüfung sowie seine Körpergröße und sein Geschlecht ein und lässt sich dann daraus sein aktuelles Lungenalter berechnen. Eine Lufu lässt sich übrigens bei jedem Lungenfacharzt und den meisten Hausärzten durchführen. Außerdem bieten sich auch kostenlose Gelegenheiten bei öffentlichen Aktionen an, wie zum Beispiel am Deutschen Lungentag (27.9) oder im Spirometrie-Zelt am Tag der Deutschen Einheit in Berlin (3.-5.10).“



Sie verlassen jetzt das Patienten-Informationsportal des Bundes-verbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) .

Für den Inhalt auf den folgenden Seiten sind BdP und DGP nicht verantwortlich.

Meinungen und Inhalte geben nicht notwendigerweise die Ansichten des Bundesverbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) wieder und werden von diesen auch nicht autorisiert.

 

 
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