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Lungensport hilft nicht nur bei Asthma und COPD, sondern auch bei Lungenfibrose
 
[22.02.2008] 

Lungensport hilft nicht nur bei Asthma und COPD, sondern auch bei Lungenfibrose

Lungensport ist nicht nur bei den bekannteren chronischen Atemwegserkrankungen - wie Asthma bronchiale , chronischer Bronchitis oder Lungenemphysem  (COPD ) - sehr zu empfehlen, sondern kann auch die Lebensqualität von Patienten mit einer so genannten Lungenfibrose erheblich verbessern. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung von japanischen Forschern, die in der Fachzeitschrift Respirology (online-Vorab-Veröffentlichung, doi:10.1111/j.1440-1843.2007.01205.x ) veröffentlicht wurden. „Fibrose-Patienten, die zwei Mal pro Woche an einem Kraft- und Ausdauertraining über den Zeitraum von 10 Wochen hinweg teilnehmen, können ihre körperliche Belastbarkeit deutlich steigern, was ihr Leben natürlich erheblich erleichtert,“ berichtet Dr. Konrad Schultz, Chefarzt der Klinik Bad Reichenhall der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd und Experte für pneumologische Rehabilitation.

Bei einer Lungenfibrose kommt es zum Beispiel durch eingeatmete Schadstoffe – in anderen Fällen aber auch ohne erkennbare Ursache (idiopathische Lungenfibrose) – zu einer chronischen Entzündung und dann Vernarbung des Lungengewebes. Dabei verliert die Lunge ihre Dehnbarkeit und versteift zunehmend. So erleben die Patienten jeweils während des Einatmens einen plötzlichen Atemstopp. In der Folge muss mehr Kraft für die Dehnung der Lungen und damit mehr Atemarbeit aufgewandt werden. Die Sauerstoffaufnahme wird zunehmend eingeschränkt. Im Durchschnitt sind die Betroffenen um die 65 Jahre alt, dennoch ist die Erkrankung in der Altersverteilung breit gestreut. Neben Atembeschwerden bei körperlicher Belastung und trockenem Husten entwickeln viele der Patienten im fortgeschrittenen Stadium Uhrglasnägel und Trommelschlegelfinger, es kommt es zu Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.

Körperliche Schonung verstärkt die Atemnot

Menschen, die unter Atembeschwerden leiden, neigen dazu, sich körperlich zu schonen, wodurch der Trainingszustand ihrer Muskulatur sich zusehends verschlechtert und ihre körperliche Belastbarkeit immer weiter abnimmt. „Die mit der Krankheit verbundene Atemnot ist zu einem nicht unerheblichen Teil auf Trainingsmangel zurückzuführen, der sich aus der krankheitsbedingten Schonhaltung ergibt“, betont Schultz. „Damit geraten die Patienten allerdings rasch in einen verhängnisvollen Teufelskreis bestehend aus körperlicher Schonung bei Atemnot und zunehmendem Trainingsmangel, wodurch sich dann ihre Atemnot noch mehr verstärkt. Das führt insgesamt zu einer starken Verschlechterung des körperlichen Leistungsvermögens und damit auch der Lebensqualität. Denn mit wachsender Atemnot fällt den Betroffenen - wie man sich vorstellen kann - auch das Ausführen alltäglicher Tätigkeiten und die Teilnahme am aktiven Leben immer schwerer.“

Mit Lungensport den Teufelskreis durchbrechen

Dieser Teufelskreis lässt sich durch Lungensport durchbrechen. „Lungensport bedeutet  ein gezieltes Muskel- und Ausdauertraining unter professioneller Anleitung im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme in einer Klinik oder ambulant durch Teilnahme in einer der regionalen Lungensportgruppen. Dann können die körperliche Fitness und das Wohlbefinden der Patienten nachweislich verbessert werden“, erklärt Schultz. „Dabei wird insbesondere darauf geachtet, die körperliche Belastung individuell auf den Patienten abzustimmen und angemessen zu dosieren - also weder zu viel, noch zu wenig, was ja im Alltag meist nicht gegeben ist. Zusätzliche Atemgymnastik kann den Betroffenen helfen, die Kapazität ihrer Lungen besser auszunutzen. Vor allem die Muskulatur, die das Einatmen bewerkstelligt, wird dabei trainiert und kann somit wieder effektiver eingesetzt werden. Insofern ist Lungensport eine effektive und notwendige Ergänzung der medikamentösen Therapie, die sowohl in der Reha, als auch bei der normalen ambulanten Langzeitbehandlung vermehrt Bestandteil werden sollte. Betroffene Patienten sollten daher nicht zögern, ihren behandelnden Arzt auf diese bestehenden Möglichkeiten anzusprechen und bei ihrer Krankenkasse oder Sozialversicherung einen entsprechenden Antrag zu stellen“, rät Schultz.



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