Geschichte Vor mehr als 40 Jahren setzten die Schwestern vom hl. Karl Borromäus nach ihrer Vertreibung aus Schlesien in der ehemaligen Benediktiner-Abtei Grafschaft, gegründet 1072, einen neuen Anfang. Das schöne barocke Gebäude, errichtet in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, befand sich "in einem erbarmungswürdigen Zustand, dessen Änderung zum Besseren kaum mehr für möglich gehalten wurde" (aus dem Bericht der Westfalenpost vom 14. Dezember 1959: "Einst Abtei – jetzt Bergmannsheilstätte"). Nach dem zwangsweisen Auszug der Benediktiner-Mönche im Jahre 1804 infolge der Säkularisation hatte das Gebäude den verschiedensten Zwecken gedient und 1945 in den letzten Tagen des Krieges noch zusätzlichen Schaden erlitten. Im Februar 1948 kamen die ersten drei Schwestern nach Grafschaft. Um sich zunächst eine Unterkunft zu schaffen, legten sie selbst Hand an. Nach und nach fanden sich die Schwestern, die durch die Vertreibung aus Schlesien im ganzen Bundesgebiet verstreut waren, in dem nunmehrigen Mutterhaus Kloster Grafschaft wieder zusammen. Die Bevölkerung von Grafschaft unterstützte in dieser schweren Zeit die Schwestern mit Hilfeleistungen. Daran erinnern sich die Schwestern in Dankbarkeit. Durch eigener Hände Arbeit, mit sehr bescheidenen Mitteln und unter großen Schwierigkeiten versuchten sie, das Haus so herzurichten, daß Kranke Aufnahme finden konnten. Am 24. April 1950 weihte Kardinal Dr. Lorenz Jäger aus Paderborn das wiedererstandene Mutterhaus der barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus ein, und am 1. Juli des gleichen Jahres konnte in einem Teil des Gebäudes das Krankenhaus eröffnet werden. Die ersten Patienten wurden am 3. Juli 1950 aufgenommen und zwar 21 an Silikose erkrankte Bergleute, denen am 12. Juli 1950 weitere 44 folgten. Diese berufsbedingte Erkrankung der Bergleute wurde nach den damals neuesten medizinischen Erkenntnissen und Methoden behandelt, die auch zur Besserung der Begleiterscheinungen der Silikose beitrugen. Den schweren Anfang wagte mit den Schwestern Herr. Dr. med. K. Bisa als Chefarzt des damaligen Silikose-Krankenhauses. Im Laufe der Jahre wurden auch die übrigen Teile des großen Gebäudes, welches dem Ort Grafschaft auch jetzt sein Gepräge gibt, zur Nutzung als Krankenhaus wieder instand gesetzt. Die Einfügung eines Neubauteils in den Jahren 1964-1966 an Stelle der einst schönen Klosterkirche, die abgerissen worden war, da die Unterhaltungskosten die Kräfte der kleinen Gemeinde Grafschaft überstiegen, trug weiter zur Verbesserung und Anpassung an den neuesten medizinischen Stand des Krankenhauses bei. Nach Rückgang der Silikose durch die Arbeitsschutzmaßnahmen liegt die heutige Aufgabenstellung des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft auf dem Gebiet der Lungen- und Bronchialheilkunde, seit 1982 verbunden mit einer Allergologie-Abteilung, um auch den speziellen Anforderungen der Zeit Rechnung zu tragen. Für alle diese Behandlungen stehen im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft moderne medizinische und technische Einrichtungen zur Verfügung. Im Rückblick auf die vergangenen mehr als 50 Jahre gebührt allen Mitarbeitern, die an dem Werk beteiligt waren und auch heute noch sind, Dank für den nicht immer leichten Einsatz. hoch |